Ausstellung „Erzählte Zeit“ von Inge Rau (Säurekorrosionen und mehr)

#Galerie #Kunst

Ausstellung „Erzählte Zeit“ von Inge Rau (Säurekorrosionen und mehr) in der Galerie Gunzoburg, Aufkircher Str. 3, in 88662 Überlingen, von So. 04. bis So. 25. März 2018.

Ausstellung „Erzählte Zeit“ von Inge Rau (Säurekorrosionen und mehr)

Inge Rau wuchs in der Nähe von Reutlingen auf und studierte Kunst bei Prof. Gerhard Grimm und Manfred Degenhardt an der PH Reutlingen. Nach dem Studium unterrichtete sie in Lichtenstein und danach in Biberach. Seit 1995 arbeitet sie freiberuflich als Künstlerin. Inges Hauptinteresse galt schon immer der Druckgraphik, insbesondere den vielfältigen Techniken des Tiefdruckes, mit deren gestalterischen Ausdrucksmöglichkeiten sie sich bis heute in ihren Arbeiten auseinandersetzt.

Foto © Inge Rauh

Ausgelöst durch die jahrzehntelange Beschäftigung mit Tiefdrucktechniken, bei denen auch verschiedene Säuren zum Einsatz kommen, experimentiert die Künstlerin seit einigen Jahren mit den vielfältigen Möglichkeiten und Erscheinungsformen von Säurekorrosionen. Anfänglich brachte sie ihre Säurekorrosionsarbeiten noch auf verschiedene Untergründe wie Stahl, Leinwand, Holz oder Papier auf und verwendete zum Teil zusätzliche Farbschichten, Collagen, Montagen und die Zeichen X und O. Es entstanden Bildkörper, die an alte Hafen- und Industrieanlagen oder heruntergekommene Stadtviertel, alles dem zeitlichen Verfall preisgegeben, erinnerten. Aktuell arbeitet Inge Rau ausschließlich mit unterschiedlichen Säurekorrosionen auf Stahl und ihre Farben sind Säuren und Patina. Je nach Einwirkungsdauer der Säuren wird mehr oder weniger intensiv der Verfallsprozess und dessen faszinierende Schönheit dokumentiert. Die Künstlerin spielt mit diesem Prozess und stoppt die Korrosion in dem, für sie, richtigen Moment. Farbenspiel und Formenverlauf entstehen allein durch unterschiedliche Korrosion erzeugende Flüssigkeiten in Verbindung mit den jeweils korrelierenden Untergründen. Auf den Einsatz von Farbpigmenten verzichtet sie völlig. Allein der Korrosionsprozess ist ihr gestalterisches Mittel. Gegen die Vergänglichkeit, als Kontrapunkt sozusagen, setzt sie bei manchen Werken gezielt, aber sehr dezent glänzendes Blattgold ein. Das schwer zu bearbeitende Material und die Einschränkungen, die ihr das Material durch seine vorgegebene Beschaffenheit auferlegen, fasziniert sie immer wieder. Die stetige Auseinandersetzung, inwieweit sich das rotglühende Metall mit dem Schmiedehammer gestalten lässt, inwieweit sich die Tiefdruckplatte, oder bei den Säurekorrosionen der Stahl manuell oder mit Säure bearbeiten lässt und ab wann sich ihr das Material verweigert, ihr „seinen Willen“ aufzwingt, dieser „Zweikampf“ reizt sie immer wieder aufs Neue und treibt sie in ihrer künstlerischen Arbeit an.

Es sind die schönen Strukturen des Verfalls mit einer durch den Oxydationsprozess entstehenden Farbigkeit, die die Künstlerin selbst und im Ergebnis die Betrachter faszinieren.

Text: Silvia Jungmann

Mehr Infos unter www.inge.rau.de und www.ibc-ueberlingen.de

Promotion

PROMOTION