Museum Haus Dix Sonderausstellung 2018

#kunstmuseum #ottodix #bodensee

MUSEUM HAUS DIX
17. März – 31. Oktober 2018

Von der Großstadt an den Bodensee: Otto Dixʼ Begegnung mit einem Landschaftsidyll

»Ich stehe vor der Landschaft wie eine Kuh«: Otto Dix konnte sein Unbehagen nicht verbergen, als er sich im September 1936 nach seinem Umzug an den Bodensee mit der ländlichen Idylle vor Ort konfrontiert sah. Der Maler war bis dahin ein wahrer Großstadtmensch, der die wilden 1920er-Jahre in Dresden, Düsseldorf und Berlin verbracht hatte. Nach der Enthebung aus seinem Lehramt an der Dresdner Akademie durch das nationalsozialistische Regime emigrierte Dix 1933 mit seiner Familie zunächst nach Randegg im Hegau, danach zogen sie nach Hemmenhofen in das neu errichtete Haus.

Dix verstand sich als »Augenmensch«, der in seinen Bildern verarbeitete, was er selbst gesehen hat. Dies waren nun nicht mehr die Dirnen, Krüppel, Arbeiterjungen oder mondänen Tänzerinnen der Großstadt, sondern die malerischen Landschaften des Bodensees. »Zum Kotzen schön« empfand der Künstler die Motive und Eindrücke, die sich seinen Augen offenbarten. Dix eroberte sich auch diese Sujets. In Anlehnung an die Tradition der romantischen Malerei entwickelte er sogenannte ›Seelenlandschaften‹, die seine desolate Lage in der ›inneren Emigration‹ widerspiegelten. Die Gemälde »Randegg im Schnee mit Raben« (1935) und »Vorfrühling am Bodensee in Gaienhofen« (1942) verdeutlichen dies eindringlich.

Dixʼ stilistischer Wandel schlug sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch in den Landschaftsdarstellungen nieder. Pinselstrich und Formgebung wurden losgelöster. Im Gegensatz zur Lasurtechnik ermöglichte die neue Malweise ein, wie Dix es schilderte, »entfesseltes« Malen. In vielen Werken bildete er nun auch die ländliche Bevölkerung ab.

Museum Haus Dix am Bodensee

MUSEUM HAUS DIX
Eine Einrichtung des Kunstmuseum Stuttgart
Direktorin: Dr. Ulrike Groos
Kuratorin Dr. Anne Vieth
Adresse Otto-Dix-Weg 6
78343 Gaienhofen-Hemmenhofen
Telefon: +49 (0)7735 / 93 71 60
Fax: +49 (0)7735 / 93 71 611
dix@kunstmuseum-stuttgart.de
www.museum-haus-dix.de
Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag, 11–18 Uhr
17. März bis 31. Oktober 2018

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Eine Antwort zu Museum Haus Dix Sonderausstellung 2018

  1. MUSEUM HAUS DIX: FREIER EINTRITT UND KOSTENLOSE FÜHRUNGEN AM TAG DES OFFENEN DENKMALS

    Am Sonntag, 9. September 2018, findet deutschlandweit der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto »Entdecken, was uns verbindet« statt. Auch das Museum Haus Dix öffnet bei dieser Gelegenheit seine Türen – und lädt kostenfrei zu einer Erkundungsreise durch das Museum.

    Das Museum Haus Dix ist auch in diesem Jahr wieder mit dabei: Neben freiem Eintritt gibt es stündlich Führungen, die u.a. auch die Geschichte zu den Wandmalereien im Keller beleuchten.

    Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde Otto Dix als einer der ersten Kunstprofessoren aus seinem Lehramt an der Dresdner Akademie entlassen. Gemeinsam mit seiner Frau Martha und den Kindern Nelly, Ursus und Jan übersiedelte er daraufhin an den Bodensee, wo die Familie 1936 ein Haus in Hemmenhofen bezog. Nach aufwändiger denkmalgerechter Restaurierung wurde dieses ehemalige Wohnhaus im Juni 2013 als Museum Haus Dix unter der Leitung des Kunstmuseum Stuttgart wiedereröffnet. Ausgestattet mit Teilen des Originalmobiliars und Werken von Otto Dix, lädt das Museum dazu ein, das Leben der Familie Dix in historischer Atmosphäre kennenzulernen.

    Im Salon der Hausherrin Martha widmet sich eine Ausstellung Dix` Begegnung mit der Landschaft. Berühmt ist sein Ausspruch »Ich stehe vor der Landschaft wie eine Kuh«: Otto Dix konnte sein Unbehagen nicht verbergen, als er sich nach seinem Umzug an den Bodensee mit der ländlichen Idylle vor Ort konfrontiert sah. Der Maler war bis dahin ein wahrer Großstadtmensch, der die wilden 1920er-Jahre in Dresden, Düsseldorf und Berlin verbracht hatte. Dix verstand sich als »Augenmensch«, der in seinen Bildern verarbeitete, was er selbst gesehen hat. Dies waren nun nicht mehr die Dirnen, Krüppel, Arbeiterjungen oder mondänen Tänzerinnen der Großstadt, sondern die malerischen Landschaften des Bodensees. »Zum Kotzen schön« empfand der Künstler die Motive und Eindrücke, die sich seinen Augen offenbarten. Dix eroberte sich auch diese Sujets. In Anlehnung an die Tradition der romantischen Malerei entwickelte er sogenannte ›Seelenlandschaften‹, die seine desolate Lage in der ›inneren Emigration‹ widerspiegelten.

    Information
    Sonntag, 9. September 2018, 11 – 18 Uhr
    Ganztägig kostenfreier Eintritt, von 11 – 16 Uhr stündlich kostenfreie Führungen