Pressetag bei den Bregenzer Festspielen

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PRESSETAG 2018: SCHICKSALSMOMENT AM SEE, MACHTMISSBRAUCH IM HAUS. BLICK IN DIE PROBEN VON CARMEN UND BEATRICE CENCI

Bregenz – Die Seebühne der Bregenzer Festspiele wird erneut zum Schicksalsort: Am 19. Juli feiert Carmen Wiederaufnahme-Premiere als Spiel auf dem See. Das Werk von Georges Bizet stand in der vergangenen Saison zum dritten Mal seit Festspielgründung auf dem Spielplan und zog bei ausverkauften Vorstellungen mehr als 193.000 Besucher an – so viele, wie keine andere in Bregenz gezeigte Inszenierung dieser Oper.

Derzeit sind nahezu 90 Prozent der 210.000 Carmen-Tickets verkauft. Die Oper in der Regie von Kasper Holten und im Bühnenbild von Es Devlin steht an 29 Abenden auf dem Programm. Mit der Zusatzvorstellung am 20. August wurde die heurige Saison um einen Tag verlängert.

Blick in Carmens Zukunft
„Dient Schicksal als Entschuldigung, das eigene Leben nicht zu ändern?“ Dieser Frage spürt Kasper Holtens Carmen-Inszenierung nach. Der aus Dänemark stammende Regisseur arbeitete im vergangenen Sommer erstmals bei den Bregenzer Festspielen. Bühnenbildnerin Es Devlin möchte mit den zwei aus dem Bodensee ragenden Riesenhänden und den überdimensionalen Spielkarten jenen Moment abbilden, in dem sich das Schicksal entscheidet. Eine Referenz an die Szene, in der Carmen durch Kartenlegen in ihre Zukunft blicken möchte.

„Die Seebühne der Bregenzer Festspiele ist eine Herausforderung und zugleich Traumaufgabe für einen Regisseur. In Carmen geht es um Schicksal aber auch um Freiheit. Diese Open-Air-Bühne ist der perfekte Ort für diese Themen“, erläutert Holten.

Neu am Dirigentenpult der Wiener Symphoniker und erstmals in Bregenz tätig ist der aus Italien stammende Antonino Fogliani. Als Zweitdirigent fungiert erneut Jordan de Souza.

3.000 kleine Carmen-Fans
Auf spielerische Art und mindestens genauso begeistert wie „die Großen“ auf der Seebühne, erlebten 3.000 Kinder bereits Ende Mai den Carmen-Stoff. Im Festspielhaus ging an drei Terminen die Mitmach-Oper Carmen – der Star im Zirkus Sevilla über die Bühne. Die Neuauflage einer solchen Veranstaltung ist für Frühjahr 2020 vorgesehen.

In den Sommern 2019 und 2020 zeigt das Sommerfestival Giuseppe Verdis Rigoletto auf der Seebühne, 2021 und 2022 folgt Giacomo Puccinis Madame Butterfly. Insgesamt haben die Bregenzer Festspiele für die 80 Veranstaltungen des diesjährigen 73. Festspielsommers 224.000 Karten aufgelegt.

Bregenzer Festspiele, Pressetag. Beatrice Cenci:Wolfgang Stefan Schwaiger, Johannes Erath, Elisabeth Sobotka, Johannes Debus, Dshamilja Kaiser, Axel Renner. Foto © Bregenzer Festspiele / Lisa Mathis

Beatrice Cenci: Erstmals mit deutschem Text
Sündhafte Opulenz, Machtmissbrauch, ein exorbitant hoher Ablass, um die Gunst des Papstes zu sichern. Rom am Ende des 16. Jahrhunderts. Patriziertochter Beatrice Cenci plant den Vatermord als vermeintlichen Ausweg aus dem skrupellosen Treiben und büßt mit ihrer Stiefmutter Lucrezia vor der Engelsburg mit ihrer Enthauptung.

Im Festspielhaus inszeniert Johannes Erath Beatrice Cenci von Berthold Goldschmidt. Die 1949/50 geschriebene und 1988 in London uraufgeführte Oper um menschliche Gewalt und kirchliche Korruption wird erstmals in der vom Komponisten stammenden deutschen Textfassung gezeigt. Es gehe jedoch nicht vor allem um Kirchenkritik, sondern „um Machtmissbrauch generell und die Tatsache, dass in einer Welt, in der wir niemandem mehr trauen können, unter Umständen der Glaube wieder ein großes Thema wird“, erläutert Erath. Der 1975 in Rottweil (Deutschland) geborene Regisseur zeichnete 2016 für die Regie von Make no noise auf der Werkstattbühne der Bregenzer Festspiele verantwortlich. Johannes Debus dirigiert die Wiener Symphoniker.

Berthold Goldschmidt gewann mit der Oper einen Wettbewerb, die versprochene Aufführung kam aber nicht zustande. Der 1903 in Hamburg geborene Komponist floh 1935 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland nach London, wo er 1996 starb.

„Die Kirche baute voluminös“
Das Bühnenbild wird von einer monumentalen, kreisrunden Öffnung dominiert, die nahezu die vollständige Bühnenbreite- und höhe einnimmt, unten abgeschnitten ist und einen dreidimensionalen Raum schafft. Eine Art liegendes und unten abgeflachtes Rohr, düster-dunkelgrau, aus mehreren Scheiben bestehend, die sich unabhängig voneinander verschieben lassen. „Die Kirche baute groß und voluminös, der Mensch fühlt sich darin klein. Aber auch den Buchstaben Omega kann man aus der Skulptur ableiten“, erläutert Erath Assoziationen zum Bühnenbild von Katrin Connan.

Die Österreichische Erstaufführung ist am Abend des Festspieleröffnungstages. Es folgen zwei weitere Aufführungen.

Carmen-Kulisse: Neuer Online-Röntgenblick
Mit einem vor wenigen Monaten geschaffenen Online-Röntgenblick lassen die Bregenzer Festspiele tief ins Innere der Carmen-Kulisse blicken und zeigen Dinge, die für das Auge normalerweise verborgen bleiben. Durch eine Zoom-Funktion können außerdem die bis zu 24 Meter hohen Kulissenteile aus nächster Nähe besichtigt werden. Mehr Infos unter www.bregenzerfestspiele.com.

Die Bregenzer Festspiele 2018 finden von 18. Juli bis 20. August statt, Tickets und Informationen unter www.bregenzerfestspiele.com sowie Telefon 0043 5574 4076.

Quelle: Bregenzer Festspiele

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