Ein Rückblick auf fünf Jahre Konziljubiläum

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600 Jahre Konstanzer Konzil
Ein Rückblick auf fünf Jahre Konziljubiläum

1.550 Tage Konziljubiläum mit 1.000 Veranstaltungen in 400 Projekten, getragen von mehr als 170 Partnern für mindestens 900.000 Besucher – so lassen sich fünf Jahre Konziljubiläum zusammenfassen. Rund 6 Mio. Euro investierte die Stadt, um mit einem vielfältigen Programm an das wichtigste Ereignis der Stadtgeschichte zu erinnern und zu fragen, was das heute noch mit uns zu tun hat. Eine lohnende Investition? Was bleibt von der längsten Veranstaltung seit dem Konstanzer Konzil?

Das Jubiläumsprogramm war von einer großen Vielfalt geprägt: Kulturangebote wie Ausstellungen, Theater-, Film-, Opernvorstellungen, Konzerte sowie Lesungen, aber auch Erlebnis- und Mitmachangebote, Diskurs- und Begegnungsanlässe sowie Gottesdienste und interreligiöse Veranstaltungen luden zur Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart ein. Ebenso umfassend war die Themenvielfalt, die vom allgemeinen Überblick über einzelne Personen zu aktuellen Themen wie Europa oder Gerechtigkeit reichten.

Mindestens 900.000 Besucher nahmen an den Veranstaltungen teil – die exakte Zahl zu ermitteln, ist unmöglich, da zahlreiche Veranstaltungen im öffentlichen Raum stattfanden. Den größten Zuspruch konnten die zahlreichen Ausstellungen verzeichnen. 160.000 Besucher zählte das Rosgartenmuseum in seiner von der Baden-Württembergstiftung mitfinanzierten Ausstellung „Konstanz um 1400“. Die Große Landesausstellung des Badischen Landesmuseums im Konzilgebäude zählte 131.000 Besucher.

Henry Gerlach präsentiert See-Infos.de Chefredakteur MK Schechler auf der CMT 2017 in Stuttgart das neue Kardnals-Kostüm für die Stadtführungen in Konstanz


Der Gemeinderat beschloss im Januar 2013 das Konziljubiläum für die Jahre 2013 bis 2018 mit einem Summe von 6 Mio. € zu bezuschussen. Das entspricht einem durchschnittlichen pro-Kopf Zu-schuss von 12 € pro Jubiläumsjahr. Dem für das Jubiläum zuständigen Eigenbetrieb Konzilstadt Konstanz gelang es über die sechs Jahre hinweg, den Kostenrahmen einzuhalten und ein breites kostenfreies Angebot umzusetzen.

Unverzichtbarer Pfeiler für die Arbeit der Konzilstadt war das themen-, institutions- und genreübergreifende Netzwerk von mehr als 170 Partnern aus Konstanz, der Bodenseeregion, Baden-Württemberg und Europa. Es ermöglichte einen schnellen Austausch, die gemeinsame Entwicklung hochwertiger Formate. Den vielen Partnern ist die Vielfalt und die Qualität des Jubiläumsprogrammes zu verdanken und die große überregionale mediale Aufmerksamkeit. Ganzseitige Zeitungsartikel deutschlandweit, Berichterstattung in der Schweiz, der Tschechischen Republik, Österreich und anderen europäischen Ländern sowie zahlreiche Film und Fernsehproduktionen stellten Konstanz in rund 4.000 Beiträgen als Gesamterlebnis dar.

Mit dem Konziljubiläum hat sich das Bild des Konstanzer Konzils gewandelt, es ist vielfältiger geworden, das Konzil wird nicht mehr nur als kirchenpolitischer Anlass gesehen. Stattdessen spielen nun z.B. der Alltag zu Konzilszeiten oder der europaweite Austausch von Kultur und Wissen eine sehr wichtige Rolle. Personengeschichten sind in den Vordergrund getreten und die Bedeutung für Europa heute ist bewusst geworden. Wesentlich dazu beigetragen haben die gut 60 Publikationen der letzten Jahre, die weit über das Konziljubiläum hinaus Bestand haben werden. Dabei handelt es sich nicht nur um wissenschaftliche Aufarbeitungen sondern auch um Kinder- und Jugendbücher sowie historische Romane.

Konstanz etablierte sich mit Formaten wie dem „Europakonzil“ oder dem „Wirtschaftskonzil“ als Ort für Diskurse und Konfliktlösungen. Damit griff die Stadt das wesentliche Ziel der Versammlung vor 600 Jahren auf und übertrug diesen Ansatz in die Gegenwart. Nach dem Konziljubiläum bleibt ein Bild von Konstanz als Stadt mit bedeutendem historischem und kulturellem Erbe, das Europa bis heute prägt und dessen Spuren in der Stadt zu entdecken sind.

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