Premieren am Theater Konstanz – März bis Juni 2019

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Premieren am Theater Konstanz – Spielzeit 2018/2019 – März bis Juni 2019

„Vom Glück des Stolperns“
Unter dem Motto „Vom Glück des Stolperns zeigt das Theater Konstanz in der Spielzeit 2018/2019 klassische und moderne Stoffe, bringt außergewöhnliche und junge Regien, sowie große Namen nach Konstanz. Der stolpernde Narr stellt in einer einzigen Person die zwei Seiten einer Medaille dar, ist gleichzeitig Glücksbringer und Widersacher. Der Clown ist mitten unter uns. Stolpert. In der Stadt. Im Theater. Das Theater entdeckt Irritationen und Widerstände in der Welt immer wieder neu, blickt wie der Narr hinter die Fassaden und legt den Finger auf die Wunde. Wenn wir stolpern und fallen, die Kontrolle verlieren, können wir kurz innehalten, den Blickwinkel ändern und uns wieder aufrappeln. Wir stolpern nicht nur im negativen Sinne über Unebenheiten oder Ungereimtheiten, sondern auch über Geheimnisse und angenehme Überraschungen, stolpern hinein in Situationen, aus denen wir das Beste machen können.

Sapir Heller inszeniert Der brave Soldat Schweijk nach dem Schelmenroman von Jaroslav Ha¹ek, 1921 als Groschenheft veröffentlicht. Im Spiegel aktueller Kriegsszenarien erscheint dieser skurrile Antiheld als ein ersehnter Zeitgenosse, der die Verhältnisse mit geschwätziger Lebensbejahung und provozierendem Schwachsinn in Frage stellt. Schweijk lässt Militärchargen und Kriegsbürokraten im Feuerwerk seines bizarren Widerspruchsgeistes tanzen und reißt die nationale Hierarchie der österreich-ungarischen Vielvölkerarmee lachend nieder. Er treibt sein wildes Spiel mit einer zwischen Lethargie und Chaos zerrissenen Welt, die den Einzelnen zu einer Nummer und die Menschenseele überflüssig werden lässt. Premiere: 15.3.19 im Stadttheater Konstanz.

Regie bei der Eigenproduktion des Kidsclubs am Theater Konstanz führt Tanja Jäckel. Entstanden ist das Stück Die Konferenz der wertvollen Dinge für Kinder ab 6 Jahren. In der Werkstatt des „Effizienten Lernens“ sollen Kinder erfahren, wie man „spielerisch“ das Optimale aus sich herausholen kann. Aber macht das Spaß? Und was hat das mit Spielen zu tun? Warum nicht einfach mal was tun, was einfach nur Freude macht und völlig bedeutungslos ist. Über Dinge nachdenken, die keinen Sinn ergeben, herumtrödeln und Zeit vergeuden. Und überhaupt, wieso können wir nicht einmal alle an einem Tisch besprechen, was uns eigentlich wertvoll ist? Gemeinsam haben die Kinder des Kids-Club beratschlagt, wie sie sich ihr Leben mit den Erwachsenen wünschen. Uraufführung: 17.3.19 in der Werkstatt des Theater Konstanz.

Theater Konstanz Spiegelhalle. Foto: Ilja Mess

Das Jugendstück ab 10 Jahren von Kristo ©agor „Patricks Trick“ wird von Miriam Dold inszeniert. Patrick erfährt, dass sein ungeborener Bruder behindert sein wird – wie geht er damit um? Mit einer poetischen Leichtigkeit und einer Menge ungewöhnlicher Fragen wagt sich Kristo Sagor in seinem preisgekrönten Stück an ein Tabuthema aus der Perspektive eines Kindes. Patrick fragt sich durch: Freunde, ein kroatische Boxer, Lehrer, eine Gemüsehändlerin und der geheimnisvolle Professor helfen ihm das Geheimnis zu ergründen, über das die Eltern nicht sprechen können. Patrick wird auf seinem abenteuerlichen Weg viel über sich erfahren. Und am Ende hat er auch schon einen Plan, wie er seinem Bruder vielleicht helfen kann. Premiere: 30.3.19 in der Werkstatt des Theater Konstanz.

Beim Musical „Cabaret“ von John Kander führt Rosamund Gilmore Regie, die Musikalische Leitung obliegt Tobias Schwencke. Wie keine andere Zeit stehen die wilden Zwanziger für ein Leben im Moment, ein Reich des Möglichen, die Magie des Aufbruchs. Immer dabei auch die Fratze der Armut, des Hasses, der Restriktion. Cabaret ist ein musikalischer Bilderbogen Berlins am Ende einer Epoche, der vom zwielichtigen Nachtclub-Conferencier bis zur Pensionswirtin, vom Tingel-Tangel-Star bis zum jüdischen Gemüsehändler reicht. Die englische Choreografin und Regisseurin Rosamund Gilmore stellt sich mit einer Musiktheaterarbeit am Theater Konstanz vor. Sie studierte in Camberley und Stuttgart Tanz ehe sie als Tänzerin in Augsburg, Kassel und Bonn arbeitete. Seit 1990 ist Gilmore als Opernregisseurin an zahlreichen namhaften Theatern tätig. Premiere: 12.4.19 im Stadttheater Konstanz.

Der norwegische Erfolgsautor Arne Lygre setzt mit Ich verschwinde, das 2013 den Ibsenpreis gewann, auf den Kern des Theaters – die Sprache – und entwickelt ein komplexes Stück über die unsichtbaren Verbindungen der Menschen im Zeitalter existentieller Erschütterungen. Das Stück erzählt rätselhaft und hintergründig davon, dass die Menschen in einem Boot sitzen und gemeinsam unterwegs sind. Ob sie wollen oder nicht. Regie führt Nicolas Stemann. Deutschsprachige Erstaufführung: 4.5.19 in der Werkstatt des Theater Konstanz.

In Jon Fosses letztem Theaterstück Meer kommen die Fäden seiner preisgekrönten Autorenschaft zusammen: Mit einer sprachlichen Virtuosität begegnen sich sechs Figuren auf einem unbekannten Ort des zugleich Möglichen als auch Unmöglichen. Wulf Twiehaus inszeniert die Deutsche Erstaufführung in Konstanz. Menschen, die einander kennen oder zu kennen glauben, obwohl sie sich nie begegnet sind. Ein unendlich weiter Raum öffnet sich zwischen ihnen, in dem die Sprache zum Rauschen der Wellen wird – gleichförmig und unwirsch, beruhigend und bedrohlich – und das Sein, wie wir es kannten, allmählich mit sich fortträgt.
Deutsche Erstaufführung: 11.5.19 in der Spiegelhalle des Theater Konstanz.

Mark Zurmühle inszeniert im Rahmen des Internationalen Bodenseefestivals Die Hauptstadt nach dem Roman von Robert Menasse. In seinem mit dem Deutschen Buchpreis 2017 ausgezeichneten Roman spannt Menasse einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen. Während Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, vor der Herausforderung steht, das angeschlagene Image der Kommission aufzupolieren, kämpft Kommissar Brunfaut gegen Hürden in seiner eigenen Abteilung. Aus politischen Gründen soll er einen Mordfall auf sich beruhen lassen. Und was macht Brüssel — es fahndet nach einem Schwein! In Kooperation mit dem Bodenseefestival mit dem Thema Benlelux übernimmt Artist in Residence Francesco Tristano die musikalische Leitung. Premiere: 17.5.19 im Stadttheater Konstanz.

In einem Zirkuszelt auf Klein Venedig, direkt am Bodensee, zeigt das Theater Konstanz ein Zirkusspiel von Christoph Nix: Foottit und Chocolat nach einer wahren Geschichte – eine Hommage an die Menschlichkeit im Angesicht der Clownerie Die eigens für Konstanz erarbeitete Bühnenfassung über Aufstieg und Fall des Rafael Padilla wird von Mark Zurmühle, Olli Hauenstein und Christoph Nix in Szene gesetzt. Chocolat, der erste schwarze Clown, und seine weißer Partner Foottit revolutionierten zu Beginn des 20. Jahrhunderts als autoritärer Weißclown und leidender schwarzer Dummer August die Clownskunst. George Foottit entdeckte den aus der kubanischen Sklaverei entflohenen Rafael Padilla. Die beiden Außenseiter entwickelten eine gemeinsame Bühnenshow und unter dem Künstlernamen Chocolat wurde Rafael zum Co-Star. Aber er ist derjenige, der vor dem johlenden Publikum verhöhnt und getreten wird. Uraufführung: 15.6.19 im Zirkuszelt.

Eine brandaktuelle Politsatire über populistischer Beeinflussung unbedarfter Massen zum Schaden ihrer selbst – das ist Die Vögel. Widehopf, Nachtigal, Schleiereule, Perlhuhn, Spottdrossel und Co vs. Zeus, Poseidon, Aphrodite und den Rest der Bande! Mit seiner kritischen Haltung und seinem beißenden Spott gilt Aristophanes als einer der bedeutendste Komödienschreiber seiner Zeit und darüber hinaus. Die Regie übernimmt der Leiter des Jungen Theaters Ingo Putz. Unter dem Motto: “Bühne kapern!” spielen Jugendliche aus der Stadt Konstanz zusammen mit Schauspieler*innen des Ensembles unter professioneller Leitung auf der großen Bühne! Premiere: 22.6.19 im Stadttheater.

Ein Sprachkunstwerk und philosophisches Abenteuer. So beschreibt die Jury des 2017 an Carsten Brandau verliehenen Brüder-Grimm-Preises sein Kinderstück Sagt der Walfisch zum Thunfisch, das die alte biblische Geschichte der Arche Noah aus neuer Perspektive erzählt und dabei seine Figuren mit allen Höhen und Tiefen des menschlichen Miteinanders konfrontiert. Für Kinder ab 6 Jahren inszeniert Nora Brussenius das philosophische Abenteuer, das sich mit Zugehörigkeit und Abgrenzung, mit der Kraft des Witzes und der Notwendigkeit der Liebe beschäftigt. Premiere: 23.6. im Zirkuszelt.

Martuna Eitner-Acheampong inszeniert neben dem Zirkuszelt auf Klein Venedig auf der großen Freilichtbühne Carl Zuckmayers Seiltänzerstück Katharina Knie über Abschiede und Neuanfänge, Entscheidungen und Schicksalsschläge, Zirkus und Heimat. Katharina, die Tochter des Zirkusdirektors und Seiltänzers Knie, ist der Star des kleinen Wanderzirkus. Als die Truppe in einem Dorf gastiert, wird die überschaubare Zirkuswelt aus dem Gleichgewicht gebracht. Katharina stiehlt einem Bauern erst den Hafer, dann das Herz und steht vor der Entscheidung: Fortsetzung des Wanderlebens in der Zirkusgemeinschaft oder ein bodenständiges Leben an der Seite des Bauern Rothacker? Premiere: 29.6.19 auf der Freilichtbühne.

Mehr Infos: www.theaterkonstanz.de

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