See-Burgtheater zeigt „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring

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See-Burgtheater zeigt „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring

Morbide Morde auf der Seebühne: Das See-Burgtheater bringt in diesem Sommer einen Klassiker des tiefschwarzen Humors auf die Kreuzlinger Seebühne : Die makabre Komödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring. Inszeniert wird das Stück von der Regisseurin Annette Pullen.

Plakat zu «Arsen und Spitzenhäubchen». Bildnachweis: See-Burgtheater


Die liebenswürdigen älteren Damen Abby und Martha Brewster sind eine Parabel gutbürgerlicher Hilfsbereitschaft. Jedoch freilich mit ein paar Leichen im Keller: In voller Überzeugung, Gutes zu tun, ‚erlösen‘ sie einsame, ältere Herren durch ein Glas vergifteten Holunderwein vom Leben. Um die fachgerechte Leichenentsorgung im See kümmert sich ihr Neffe Teddy – der sich für den amerikanischen Präsidenten hält.

Dieses mörderische Treiben entdeckt durch Zufall der zweite Neffe des Duos, der Theaterkritiker Mortimer Brewster. Um seine gutherzigen Tanten zu schützen, plant er, die Morde seinem unzurechnungsfähigen Bruder anzuhängen. Als dann jedoch Jonathan, Halbbruder und polizeilich gesuchter Serienmörder auftaucht, gerät das kreative Krisenmanagement aus den Fugen…

Morbide Kriminalkomödie ist erstaunlich aktuell
Die wahnwitzigen Dialoge voll schwarzem Humor sorgen in gleichem Maße für Lacher, wie sie ein subtiles Grauen hervorrufen. Das Kriminalstück zeigt, wie dünn letztlich die Fassade des moralischen Bürgertums doch ist und was für Abgründe sich dahinter auftun können. Seit der Uraufführung im Jahr 1941 am Broadway hat das Stück dabei an Aktualität nichts eingebüßt. Einen pikanten Bezug zum aktuellen Weltgeschehen etwa schafft die Rolle des wahnhaften Teddy, der sich für den amerikanischen Präsidenten hält. Ein interessantes Detail in diesem Zusammenhang: Beinahe hätte Ronald Reagan, Schauspieler und späterer US-Präsident, einst die Rolle des Mortimer übernommen.

Herausforderung Freilichtbühne
Wie bringt man aber nun einen Broadway-Klassiker auf die Kreuzlinger Seebühne? Laut Intendant Leopold Huber gehe es vor allem darum, bildhaft zu denken und die Bilder zu finden, mit denen der Inhalt des Stücks anschaulich und aussagekräftig vermittelt werden kann.

Im Regiestuhl sitzt Annette Pullen
Die gefragte Theaterregisseurin Annette Pullen inszeniert das Stück und hat sich auf die Suche nach den besagten Bildern begeben. Sie hat nach ihrem Studium der Angewandten Theaterwissenschaft, Germanistik und Anglistik in renommierten Theaterhäusern, wie etwa dem Thalia Theater in Hamburg gearbeitet. Seit 2015 arbeitet sie als freie Regisseurin. Eine signifikante Änderung bei der Adaption dieses morbiden Klassikers bietet alleine schon der See als Spielort. So werden die Gräueltaten der Brewster-Schwestern nicht in einem Haus begangen, sondern auf einem Schiff, das Bühnenbildner Gregor Sturm einem Dampfer aus den 40er Jahren nachempfindet. Eine Referenz zur Entstehungszeit des Stücks. Die Fassade als solche soll sofort sichtbar sein und die ebenso scheinheilige Fassade des heuchlerischen Gutbürgertums aufzeigen, hinter der sich wahre Abscheulichkeiten vollziehen. Durch die Modifikation des Schauplatzes ändert sich zudem auch ein weiterer wichtiger Punkt: In dieser Inszenierung haben die beiden älteren Damen keine Leichen mehr im Keller, sondern im See.

Das Stück „Arsen und Spitzenhäubchen“ mit seinen vielen Leichen ist auf den ersten Blick keine leichte Kost, verleiht den Dialogen durch seinen tiefschwarzen Humor aber eine gewisse Leichtigkeit und kann ohne Gefahr genüsslich rezipiert werden, am besten aber ohne einen Teelöffel Arsen.

Premiere der schwarzen Komödie auf der Kreuzlinger Seebühne ist am 11. Juli 2019.

Arsen und Spitzenhäubchen
Premiere: Donnerstag 11. Juli 2019, 20.30 Uhr
Aufführungen, jeweils 20.30 Uhr an folgenden Tagen:

Juli
Do 11.7. / Fr 12.7. / Sa 13.7.
Di 16.7. / Mi 17.7. / Do 18.7. / Fr 19.7. / Sa 20.7.
Di 23.7. / Mi 24.7. / Do 25.7. / Fr 26.7. / Sa 27.7.
Di 30.7. / Mi 31.7.

August
Fr 2.8. / Sa 3.8.
Di 6.8. / Mi 7.8.

Die Zuschauertribüne ist gedeckt. Ab 18 Uhr Einlass und Bewirtung. Aufführungsdauer: 20.30 – ca. 22.30 Uhr, eine Pause. Das Restaurant Schloss Seeburg in Bühnennähe serviert an den Theaterabenden ein spezielles Drei-Gang-Theater-Menü. Reservierungen über das See-Burgtheater.

Infos und Karten: www.see-burgtheater.ch

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