Don Quichotte modernisiert

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Don Quichotte
Jules Massenet

Comédie héroïque in fünf Akten (1910)
Libretto von Henri Cain nach Jacques Le Lorrains Le Chevalier de la longue figure (1904)
in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere
18. Juli 2019 – 19.30 Uhr, Festspielhaus

Don Q. modernisiert
In der modernen Inszenierung schickt uns Mariame Clément im ersten Akt in das ursprünglich angedachte Zeitalter der Oper zurück. Don Quichotte auf dem Pferd und Sancho Pansa auf dem Esel. Bereits im zweiten Akt wird des modern: Der bekannte Kampf gegen die Windmühlen findet in einem Badezimmer statt, Ventilatoren ersetzen Windmühlen. Die Jagd nach den Räubern im dritten Akt findet in einer Unterführung statt, die Räuber sind eine Streetgang und Don Q. ist in ein Spiderman Kostüm gewandet. Der vierte Akt findet in einem Büro statt. Schöne Umsetzung und gar nicht so weit hergeholt. Gábor Bretz, David Stout und Anna Goryachova brillieren.
CL Zobavnik, See-Infos.de

Don Quichotte bei der Premiere Bregenzer Festspiele , 18.Juli 2019. Ganz rechts Gábor Bretz als Don Quichotte und links daneben David Stout als Sancho Pansa.

Vorstellungen & Karten
So, 21. Juli 2019 11:00 Uhr Festspielhaus
Mo, 29. Juli 2019 19:30 Uhr Festspielhaus

Der »Ritter von der traurigen Gestalt« gehört seit Jahrhunderten zu den faszinierendsten Figuren der Weltliteratur. Seine Großzügigkeit, seine Moral, aber auch seine Phantasie, beeindruckt und inspiriert Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Prägung. Don Quijotes Kampf gegen die Windmühlen, in denen er furchtbare Riesen sieht, wurde zum Symbol seiner Identität.

Auf der Opernbühne machte ihn der französische Komponist Jules Massenet zum leidenschaftlich Liebenden. Er singt Dulcinée ein wunderschönes Ständchen und bringt ihren gestohlenen Schmuck aus den Händen gefährlicher Räuber zurück, dennoch lehnt sie seinen Heiratsantrag ab. In Massenets Oper nach Jacques Le Lorrains Schauspiel wird Don Quichottes Angebetete zur realen Bühnengestalt, anders als in Miguel de Cervantes‘ Vorlage. Massenet war von dieser Idee begeistert: »Sie trug das Element weiblicher Schönheit in unser Stück, und unser Don Quichotte erhielt damit zugleich einen mächtigen poetischen Anreiz, starb er doch in diesem Falle aus echter Liebe zur Schönen Dulcinea, die eine solche Leidenschaft in hohem Maße rechtfertigte.« Die Liebe des Ritters wird in der Oper zum entscheidenden Motor seiner Handlungen. Für sie begibt er sich in Lebensgefahr, versprach Dulcinée ihm doch ihre Liebe, wenn er den Räubern ihren Schmuck entwende. Als diese ihn umbringen wollen, rührt er sie mit seinem Abschiedsgebet so sehr, dass sie ihm das Leben und den Schmuck schenken.

Dem Wechselspiel von Fantasie und Wirklichkeit spürt Massenet in seiner Musik nach. Gekonnt verleiht der Komponist den unterschiedlichen dramatischen Situationen ihren eigenen musikalischen Stil. Mit Kastagnetten und prägnanten Rhythmen illustriert er das spanische Dorfleben. Dulcinées Verehrer besingen ihre Schönheit in madrigalartigem Ton, schillernde Farben im Orchester begleiten Don Quichottes Liebeserklärung.

Die aus Paris stammende Regisseurin Mariame Clément hat in den vergangenen Jahren mit Inszenierungen unter anderen im Theater an der Wien, an der Opéra national du Rhin Strasbourg, Oper Graz, Opéra national de Paris, Royal Opera House Covent Garden und beim Glyndebourne Festival auf sich aufmerksam gemacht.

Musikalische Leitung Daniel Cohen
Inszenierung Mariame Clément
Bühne |​​ Kostüme Julia Hansen
Licht Ulrik Gad
Chorleitung Lukáš Vasilek
Kampfchoreographie Ran Arthur Braun
Dramaturgie Olaf A. Schmitt

Prager Philharmonischer Chor
Wiener Symphoniker

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