Ausstellungen in der Galerie Gunzoburg Überlingen

#überlingen #kunstausstellung

Ausstellungen in der Galerie Gunzoburg Überlingen

Ausstellung „Farbradierungen und Terrakotten“ von Peter Kapitza (Farbradierungen) und Ina -Maria Schindele (Terrakotten) in der Galerie Gunzoburg, Aufkircher Str. 3, 88662 Überlingen, von So. 01. September 2019 bis So. 29. September 2019. Vernissage, So. 01.09.2019, 11 Uhr.

Peter Kapitza geboren in Gleiwitz studierte nach seiner Ausbildung zum Chemigrafen in Braunschweig und Hannover Kunst. Er arbeitete als Kunsterzieher in Pfullendorf und lebt und arbeitet seit 1996 in Sigmaringen. Seine Ehefrau Ina-Maria Schindele studierte Religionspädagogik, Deutsch und Kunst und nach dem Masterstudium Kunsttherapie arbeitet sie heute als Realschullehrerin und Kunsttherapeutin. Ihre Werke entstehen im eigenen Atelier in Sigmaringen.

Peter Kapitzas künstlerische Schwerpunkte liegen in Grafik, Zeichnungen, Radierungen und der Malerei. In dieser Ausstellung zeigt er ausschließlich Farbradierungen. Die Farbradierung ist ein Tiefdruckverfahren, mit der man mehrere gleichartige Bilder einer Zeichnung erzielen kann. Diese Technik ist bereits im 16. Jhd. entwickelt worden, ist technisch aufwendig und lässt der Experimentierfreudigkeit des Künstlers viel Raum. In der Fläche arbeitet Kapitza mit Aquatinta. So bringt er neben Schwarz und Grautönen auch Farbe aufs Papier und verbindet Organisches aus der Natur mit Konstruiertem aus Menschenhand (z.B. Gebäuden). Des Weiteren arbeitet er überwiegend an der Abwandlung konkreter Bildteile bis hin zur Abstraktion, um erneut zur Gegenständlichkeit zurückzukehren. Sein Anliegen besteht darin seine Motive zu bearbeiten und aufzulösen und damit aus Geordnetem, Bekanntem in unbekanntes Neuland vorzudringen und alles wieder in Gesichertes und Bekanntes zurückzuführen. Bildnerische Mittel in unter-schiedlichsten Techniken dienen ihm als Grundlage eigene Bildabsichten zu verwirklichen.

Auf eine Metallplatte ritzt oder ätzt er Vertiefungen und diese werden mit Farbe ausgefüllt. Nach dem Einreiben der Farbe wird in einer Druckpresse das Motiv auf ein eingefeuchtetes Papier übertragen. Die Radiertechnik hat sich seit der Entstehungszeit weiterentwickelt. Heute ist es möglich ein einziges Motiv auf einer Platte zu weiteren überraschenden Bildeindrücken zu bearbeiten. Der Künstler geht oft von realistischen Themen für seine Arbeiten aus und weiß aus Erfahrung, was er für ein Ergebnis zu erwarten hat. Bei der Herstellung von Mehrfarbendrucken aus zwei Farbplatten ergeben sich jedoch oft überraschende Farbmischungen und er findet zum Weiterarbeiten die entstandenen Zufallspuren besonders anregend. Kapitza meint, „es würde der Fantasie Tür und Tor geöffnet. Ein freies Spiel der Gedanken teile sich ihm und dem Betrachter mit. Seine Begleiter bis zur Fertigstellung des Werkes seien geduldiges Zeichnen, umfangreicher technischer Aufwand, Neugier und freies Spiel“. Relativ neu sind seine Fotoradierungen. Fotografien (Gegenstände) werden auf eine Folie zusammen-komponiert und in die Radierung eingesetzt. Gerne gibt der Künstler dazu während der Ausstellung Auskünfte.

Ina Maria Schindele. Foto © Jungmann

Ina-Maria Schindeles künstlerische Schwerpunkte liegen in der Bildhauerei in Terrakotta und in der Druckgrafik, den mehrfarbigen, großen Linoldrucken. In der Ausstellung zeigt sie zum ersten Mal ihre Terrakotten. Ihre Ideen schöpft sie aus der unmittelbaren Begegnung mit der Natur und den Menschen. Die Künstlerin hat zwar nie eine Töpferlehre absolviert, jedoch den Werkstoff Ton schon immer bevorzugt. Dabei konnte sie auf das große Wissen ihres Großvaters zurückgreifen, der Töpfer in der Majolika-Manufaktur in Karlsruhe war und seine Enkelin in ihrer künstlerischen Tätigkeit immer unterstützt hat.

Für Ina-Maria ist der Ton der Erde sehr nahe und form- und gestaltbar. Er erlaubt es Ausdruck und Plastizität an dem Thema „menschliche Figur“ zu verwirklichen. Die Bewegtheit der Gestalt spiegelt sich besonders in den Gesichtern und Händen wieder. Für die Künstlerin sind ihre Objekte keine Verzierungen oder nur schön anzusehen, die belustigen oder erheitern, sondern die Figuren drücken Grundempfindlichkeiten und Emotionen des Menschen aus. Ihre Figuren wirken sehr realistisch und sind manchmal mit symbolischen Elementen versehen, es sind jedoch keine bestimmten Personen abgebildet. Der realistische Anteil ihrer Figuren ist jedoch so weit reduziert, dass die beabsichtigte Offenheit und Lebendigkeit beim Betrachter nicht beeinträchtigt wird. Er soll vor allem anregt werden über das Wesentliche des Menschseins nachzudenken.

Schindele erzählt, „dass die größeren Figuren wegen ihres Gewichts nicht aus einem Tonblock direkt hergestellt werden. Rumpf, Kopf oder Arme formt sie als Einzelteile und fügt sie vor dem Brennen zusammen. Die Oberflächenbehandlung übernehme die Aufgabe die Plastik organisch verbindend zu umschließen. Auf eine zusätzliche Bemalung oder Bearbeitung durch Glasur verzichte sie bewusst oder verwende diese äußerst spärlich, da sie, die beim Brennen entstehende typische rote Tönung bevorzuge“. Die Werke werden bei 1250° Celsius im Ofen gebrannt. Bei diesem hohen Brannt sintert das Material, wird wetterfest und die Objekte können ohne Bedenken auch im Freien aufgestellt werden.

Quelle: www.ibc-ueberlingen.de

Galerie Gunzoburg Aufkircher Straße 3 in 88662 Überlingen
Peter Kaptiza, Ina-Maria Schindele
„Farbradierungen und Terrakotten“
Eröffnung: So. 01.09.19, 11 Uhr
Ausstellung: So. 01. – So. 29. September 2019
Öffnungszeiten: Di-Fr 14-18, Sa 11-13, So 14-18 Uhr
An den Wochenenden sind die Künstler anwesend

Promotion

PROMOTION