Salem: Das ehemalige Zisterzienserkloster als Ausflugsziel im Sommer

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Kloster und Schloss Salem: Das ehemalige Zisterzienserkloster als Ausflugsziel im Sommer

Schon Abt Anselm II. Schwab nutzte die Sommerzeit, um Reisen zu unternehmen – das Nachbarland Frankreich war ein bevorzugtes Ziel, war es doch das Mutterland seines Ordens. Besonders die Hauptstadt hatte es ihm angetan und er ließ sich dort für den Umbau des Münsters inspirieren. Von seiner Frankreichreise kehrte er am 17. August 1765 zurück. Den französischen Einfluss bei der Gestaltung der prachtvollen Alabaster-Ausstattung im Münster können Besucher noch heute bestaunen: Eine Vielzahl von Führungen zeigt die einzigartigen Kunstwerke in der Kirche von Kloster Salem. Die Anregungen aus Frankreich entdecken die Gäste auch bei einer detailreichen Sonderführung zur Architektur und Ausstattung des Münsters: am 13. Oktober um 11 Uhr.

EIN MÖNCH IN FRANKREICH
Abt Anselm II. Schwab folgte Anfang Mai 1765 einer Einladung zum Generalkapitel des Zisterzienserordens nach Cîteaux, eine Reise, die ihn anschließend als Kommissär des Generalkapitels auch nach Paris führte. Am 17. August kehrte er mit vielen neuen Ideen nach Salem zurück. In Paris hatte er die neue Stilrichtung des Klassizismus kennengelernt und wollte diese nun in Salem umsetzen. Für die Umgestaltung des Salemer Münsters versuchte er in den nächsten Jahren, den angesehenen französischen Baumeister Pierre Michel d’Ixnard zu gewinnen. 1773 besuchte dieser endlich Salem. Doch die deutsch-französische Zusammenarbeit kam nicht direkt zustande: Nicht d’Ixnard selbst wurde Baumeister, sondern sein Schüler Johann Joachim Scholl.

Kloster und Schloss Salem. Foto © SSG/Achim Mende

PRACHT IN SALEM
Johann Joachim Scholl setzte als Baudirektor ab 1774 die Vorstellungen von Abt Anselm II. Schwab grandios um, die sich an französischen Vorlagen orientierte. Die Außengestaltung der hochgotischen Kirche blieb erhalten, das Innere erstrahlte nach dem Umbau in neuem Glanz. Die weiße Alabaster-Ausstattung der Altäre und Skulpturen, geschaffen von Johann Georg Dirr und Johann Georg Wieland, dominierten fortan den Innenraum. Die Kunstwerke zählen zu den bedeutendsten ihrer Zeit in Süddeutschland. Die prächtige klassizistische Gestaltung des Kirchenschiffs ist auch heute noch ein Höhepunkt im Monument, der bei den täglich stattfindenden Führungen im Kloster erlebt werden kann.

ES LEBE DIE FREUNDSCHAFT!
„Ziemlich gute Freunde. Frankreich und der deutsche Südwesten” – das ist der Titel des aktuellen Themenjahres der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. In vielen Veranstaltungen in den Schlössern, Klöstern, Burgen und Gärten wird die gemeinsame Geschichte der beiden Nachbaren rechts und links des Rheins zum Erlebnis. Dabei reichen die Themen vom Mittelalter bis in die Gegenwart, von den Kriegen bis zu den grenzüberschreitenden Ehen und von der kulturellen Befruchtung bis zum guten Essen. Einen Überblick über die Themen und Veranstaltungen gibt die Themenwelt www.ziemlich-gute-freunde.de im Internetportal der Staatlichen Schlösser und Gärten.

Alle Infos hier:
WWW.SALEM.DE
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