Emissionsfreie Bootsantriebe nehmen auf der Interboot Fahrt auf

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Batteriebetriebene E-Motoren sind inzwischen auch im Wassersport keine Seltenheit mehr

Emissionsfreie Bootsantriebe nehmen auf der Interboot Fahrt auf

Friedrichshafen – Die Diskussion um die Klimakrise und umweltfreundliche Antriebsmaschinen hat längst auch den Wassersport erreicht: Emissionsfreie Systeme sind in aller Munde. Dabei liege die Bootsbranche mit einem geschätzten Marktanteil von 1,3 Prozent an Elektromotoren weltweit noch hinter der Automobilindustrie zurück (zwei Prozent), sagt Christoph Ballin, Chef des Gilchinger Anbieters Torqeedo. Auf der Interboot in Friedrichshafen werden vom 21. bis 29. September 2019 auf der Messe und in der Green Power Area einige Boote mit emissionsfreien Elektromotoren zu sehen sein.

„Der Wechsel auf klimaneutrale Antriebe wird das kommende Jahrzehnt beherrschen“, prophezeit Christoph Ballin, „wobei die Verbreitung von batteriebetriebenen E-Motoren in den einzelnen Segmenten stark unterschiedlich vorankommt.“ Beiboote und Segeldinghis sind heute schon oft mit einem kleinen Torqeedo-Außenborder ausgestattet. Nach und nach würden als nächstes größere Segelboote und -yachten nachziehen sowie Fähren und Fahrgastschiffe im Kurzstreckenbetrieb.

Harald Kräutler, Chef des österreichischen Anbieters Kräutler Elektromotoren, fordert ein Umdenken der Wassersportler: „Ich muss nicht von einem See-Ende zum anderen Vollgas fahren, dafür genügt auch die viel zu oft kritisierte Reichweite eines E-Antriebs.“ Bei den Motorbooten gebe es dank hocheffizienter Lithium-Ionen-Akkus bereits völlig akzeptable Lösungen für Verdränger, während Gleiten derzeit in der Regel nur etwa 15 bis 30 Minuten möglich sei. Sein Unternehmen zeigt auf der Interboot in der Halle A1 am Stand 607 die gesamte Palette von E-Bootsantrieben in verschiedenen Varianten zwischen 0,5 und 120 kW Leistung. Ähnlich hält es Torqeedo und stellt dabei seine Low Voltage Familie in den Mittelpunkt.

In Friedrichshafen wird auch die Weltpremiere der Flax27 von Greenboats aus Bremen zu sehen sein, die aus Flachs als Naturfaser verstärkter Kunststoff (NFK) gebaut wurde. Der 8,20 Meter lange und 2,25 Meter breite Daysailor nach einer Zeichnung von judel/vrolijk & co ist mit einem Torqeedo Cruise 2.0 FP, Faltpropeller und einer Power 24-3500 Batterie ausgestattet.

E-Antrieb von Torqeedo. Quelle: Interboot 2019

PureVolt aus Berlin bringt zwei elektrische Daycruiser der Baureihe Q30 aus Finnland nach Friedrichshafen. Der 9,32 Meter lange und 1.600 Kilogramm leichte Verdränger erreicht mit einem 20-kW-Direktantrieb von Oceanvolt bis zu 15 Knoten Höchstgeschwindigkeit. Bei neun Knoten schafft der 30-kWh-Akku 42 Seemeilen. Die Batterie kann über Nacht am Landstrom oder einer normalen Haushaltssteckdose wieder vollständig aufgeladen werden.

Die Firma Ditoma aus Ludwigsburg präsentiert die elektrischen Bootsantriebe von ePropulsion sowohl am Bootspunkt-Stand in der Halle A3 als auch in der ‚Green Power Area‘ in Halle B3. Das Angebot reicht vom besonders kleinen und leichten Vaquita, der für SUPs und Kanus konzipiert wurde, über den 1-kW-Direktantrieb Spirit 1.0, als Außenborder oder POD-Unterflanschmotor, bis hin zur Navy-Serie mit 3 oder 6 kW Leistung. Alle Motoren gibt es in verschiedenen Schaftlängen, als Pinnenversion oder mit Fernsteuerungen sowie mit Zubehör wie 12V-Ladegeräten und Solar-Paneelen.

Ihre gesamte Palette von sieben eigenen Modellen verlegt die MY-Electroboat GmbH aus Raisting für neun Tage vom Ammersee an den Bodensee. Darunter befindet sich auch die neue MY Tramonto 555 mit Motorisierungen von 2 bis 17 kW als drehbarer POD-Antrieb und Lithium-Ionen-Akkupaketen von 5 bis 20 kW von Torqeedo oder Kräutler. Der Halbgleiter mit Cockpit und Liegefläche ist 5,55 Meter lang und 1,75 Meter breit.

Emissionsfreien Elektromotoren öffnen sich auch ungewöhnliche Wasserfahrzeuge. Eine Art Sonnenbadeplattform auf zwei Rümpfen ist die knapp vier Meter lange und 2,18 Meter breite Litore One aus Slowenien, die mit einem Torqeedo Travel 1103 CL vier bis fünf Personen von Bucht zu Bucht befördert. Die Sitze lassen sich zu Liegeflächen umklappen. Das Motto der Zukunft scheint Wiederentdeckung der Langsamkeit und saubere Erholung pur zu sein.

Die Interboot präsentiert von Samstag, 21. bis Sonntag, 29. September 2019 täglich von 10 bis 18 Uhr die ganze Welt des Wassersports, der Interboot Hafen lädt täglich bis 19 Uhr zum gemütlichen Sundowner. Die Tageskarte kostet online elf Euro, an der Tageskasse 13 Euro. Die Familienkarte ist online für 27 Euro erhältlich, an der Tageskasse für 30 Euro. Kinder zwischen sechs und 14 Jahre bezahlen fünf Euro. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.interboot.de

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Eine Antwort zu Emissionsfreie Bootsantriebe nehmen auf der Interboot Fahrt auf

  1. 83 300 Besucher bei der internationalen Wassersport-Ausstellung – Interboot Hafen ist Anziehungspunkt am Bodensee – Aussteller in der Summe mit ihren Verkäufen zufrieden

    Vor Anker gegangen: Aussteller und Besucher feierten ihr sonniges Wassersporterlebnis

    Friedrichshafen – Um Boote, Boards und Wassersport-Zubehör drehten sich die vergangenen neun Tage in Friedrichshafen: Mit 83 300 Besuchern (2018: 86 500) ist die 58. Interboot am Sonntag zu Ende gegangen. 468 Aussteller aus über 20 Nationen waren mit an Bord und boten in den Messehallen, am Messe-See und auf dem Bodensee Wassersport in all seinen Facetten. „Die Interboot als zweitgrößte Wassersportmesse in Deutschland hat sich wieder einmal einem kaufkräftigen und interessierten Publikum geöffnet“, berichtet Messechef Klaus Wellmann. Neben Trends und Premieren der kommenden Wassersportsaison ließ das Rahmenprogramm mit seinen vielen verschiedenen Wassersport-Events und Testmöglichkeiten keine Wünsche offen.

    Ob der Daysailer für die nächste Regatta, eine Motoryacht für den Törn in der Karibik oder das neueste Wakeboard für die perfekte Welle: Die Interboot präsentierte die ganze Bandbreite des Wassersports. „Nach unseren Eindrücken und Gesprächen haben unsere Aussteller insgesamt einen guten Job gemacht und auch gut verkauft“, bilanziert Bereichsleiter Dirk Kreidenweiß.

    Zufrieden zeigten sich auch die Aussteller. Kai Pohatschka, Geschäftsführer Yacht-Center GmbH, betont: „Ich habe den Eindruck, dass die diesjährige Interboot besser lief als letztes Jahr. Vorallem unter der Woche hatten wir Kundschaft mit konkreten Kaufabsichten am Stand. Für uns ist die Interboot eine gute Messe vor dem Winter, ein guter Zeitpunkt zum Ordern. Markentreue Sealine-Kunden konnten wir hier neu gewinnen. Der Charterkauf, den wir seit drei Jahren als Geschäftsmodell anbieten, verzeichnet enormes Wachstum, auch hier verzeichneten wir konkrete Abschlüsse. Wir sind mit dem Messeverlauf 2019 wirklich sehr zufrieden.“

    Hans Roelants, General Manager EMEA Sea Ray Boats, ergänzt: „Für uns verlief der komplette Messeverlauf sehr erfolgreich, trotz manch anderer Stimmen von Ausstellerkollegen. Unsere Händler waren bereits im Vorfeld super gut vorbereitet. Als Hersteller boten wir hier eine gute Plattform und Showroom, den unsere Händler nutzen konnten und so war unser gesamter Auftritt sehr erfolgreich.“

    Auch die Aussteller aus der Schweiz ziehen eine positive Bilanz. Beat Plüss, Präsident Schweizerischer Bootbauer-Verband & Geschäftsführer SNG, resümiert: „Wir haben während der Interboot gute Kundengespräche führen können und konnten Kontakte mit vielen Werften knüpfen. In einigen Wochen werden wir ein genaueres Fazit ziehen können. Es ist wichtig, dass wir hier Präsenz zeigen, da die Interboot ein Gradmesser und Startbrett für 2020 ist. Sie ist außerdem wichtig für uns in der Schweiz. Die Besucher hatten ein sehr gutes Fachwissen und wir werden auch nächstes Jahr wieder auf der Interboot dabei sein.“

    Spaß und Action standen nicht nur an der stehenden Welle und dem SUP-Testbecken in der Halle B1 im Mittelpunkt, auch der Messe-See mit seinen Wakeboardshows, dem Schnuppersegeln auf unkenterbaren Booten und den Testmöglichkeiten von allerlei Funsportgeräten erfreute sich großer Beliebtheit. Bei der SUP Teamchallenge am Samstag, 28. September erpaddelten sich Tomislav Pavlovic und Michael Ummenhofer vom Team „Mighty Manda at the funky bench“ einen Startplatz bei der BVI SUP Challenge in der Karibik.

    Wassersport konnten die Besucher auch auf dem Bodensee erleben: Im Interboot Hafen luden rund 100 Boote mit Segel-, Motor- und Elektroantrieb zu Testfahrten ein. Mit der Interboot Trophy, der 38. Deutschen Meisterschaft im Schlauchboot-Slalom, den Action Days, dem Mizu-Cup und der Oldtimerregatta bot die Friedrichshafener Uferpromenade ein spannendes Programm zum Zusehen und Mitfiebern. Lust auf Meer machten die interaktiven Workshops und Vorträge der Interboot Academy, die fachliches Wissen und praktische Erfahrungen zu Themen wie Hafenmanövern und UKW-Funkauffrischung vermittelten.

    Wassersport-Erlebnisse verspricht die nächste Interboot vom 19. bis 27. September 2020.