„Kunstflug für das Ohr“ im vierten Abo-Konzert des Symphonieorchester Vorarlberg

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„Kunstflug für das Ohr“ im vierten Abo-Konzert des Symphonieorchester Vorarlberg

Leslie Suganandarajah dirigiert Werke von Françaix, Ravel und Mozart
Bregenz – Von französischem Impressionismus bis zu heiteren Klängen aus den 1960er-Jahren spannt sich der Bogen des vierten Abo-Konzerts des Symphonieorchester Vorarlberg (SOV). Als Solist tritt Sebastian Manz an der Klarinette auf, am Dirigentenpult steht Leslie Suganandarajah. Zu hören sind Mitte Jänner Werke von Jean Françaix, Maurice Ravel und Wolfgang Amadeus Mozart. Neben den beiden gewohnten Aufführungsorten in Feldkirch und Bregenz gastiert das SOV dieses Mal im Reichshofsaal Lustenau.

Klarinettist Sebastian Manz braucht bei den Konzerten am 18., 19. und 20. Jänner 2020 jede Menge Luft. „Jedenfalls muss er über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen, vor allem im langsamen Satz, der voller charmanter Phrasen ist, aber kaum Zeit lässt, Luft zu holen – ungefähr wie ein Segelflieger, der unentwegt fürchten muss, dass die ihn tragende Luftströmung abreißt“, so beschreibt Komponist Jean Françaix (1912 – 1997) die Anforderungen seines Konzerts für Klarinette und Orchester. „Es stellt eine Art von Kunstflug für das Ohr dar, komplett mit Loopings und Sturzflügen, die den Solisten in Angst und Schrecken versetzen.“

Leslie Suganandarajah ist im Jänner 2020 mit dem Symphonieorchester Vorarlberg zu erleben. Copyright: Matthias Baus.

Frühe und nachhaltige Erfolge
Sebastian Manz wird dieser Aufgabe gewachsen sein: Der 33 Jahre alte deutsche Klarinettist gewann bereits zahlreiche Preise, darunter dreimal den ECHO Klassik. Die Musikalität wurde ihm in die Wiege gelegt: Beide Elternteile sind Pianisten, der Großvater Boris Goldstein ein legendärer russischer Geiger.

Leslie Suganandarajah kam 1983 in Colombothurai (Sri Lanka) zur Welt. Zwei Jahre später zog er mit seiner Familie nach Deutschland. Er wurde in das „Dirigentenforum“, das Förderprogramm des Deutschen Musikrates, aufgenommen und wirkte als Kapellmeister am Theater Koblenz und Landestheater Linz. Zur Saison 2019/20 wurde er Musikdirektor des Salzburger Landestheaters. „Die ersten Gäste des Jahres 2020 zeigen bereits in jungen Jahren das gesamte Repertoire an Virtuosität und Vielfalt“, betont SOV-Geschäftsführer Sebastian Hazod.

Unter dem Eindruck des Krieges
Eröffnet wird das vierte Abo-Konzert mit der Orchestersuite „Le Tombeau de Couperin“ aus der Feder von Maurice Ravel (1875 – 1937). Das Stück, das sechs gefallenen Kameraden gedenken soll, entstand kurz nach seiner Entlassung aus dem Dienst im Ersten Weltkrieg. Ihnen ist jeweils ein Satz in der Klavierfassung gewidmet, die im April 1919 in Paris uraufgeführt wurde. Später folgte die vom SOV interpretierte Fassung für Orchester, die Ravel schließlich zur Ballettversion umgestaltete. Inhaltlich nahm der Komponist die französische „Tombeau“-Tradition wieder auf, also das Errichten musikalischer oder literarischer Denkmäler.

Zwischen den großen Da-Ponte-Opern „Figaros Hochzeit“ und „Don Giovanni“ entstand Wolfgang Amadeus Mozarts (1756 – 1791) „Prager Symphonie“, die den Abschluss des Konzertabends bildet. Ende der 1780er-Jahre hatte er in Prag, anders als in Wien, großen Erfolg. Das Finale schrieb er offenbar Anfang 1786, die restlichen Sätze komponierte er erst im Dezember desselben Jahres. Ob die Symphonie – wie ihr Name vermuten lässt – tatsächlich für seine Prager Reise geschrieben wurde, bleibt unklar. Eindeutig hingegen war das überschwängliche Echo des Premierenpublikums. „Nie sah man noch das Theater so voll Menschen, nie ein stärkeres einhelliges Entzücken“, berichteten die Zeitungen damals.

Info: www.sov.at

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