“Hühner – Unterschätztes Federvieh” – im Museum zu Allerheiligen Schaffhausen

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Neue Sonderausstellung im Museum zu Allerheiligen Schaffhausen

Hühner – Unterschätztes Federvieh

Mit der Wiedereröffnung des Museums zu Allerheiligen ist seit Dienstag, 12. Mai auch die neue Sonderausstellung “Hühner – Unterschätztes Federvieh” zu sehen, die ursprünglich bereits Ende März hätte eröffnet werden sollen. Sie lädt ihre Besucherinnen und Besucher ein, das Huhn und seine Lebenswelt in allen Facetten zu entdecken.

Viele von uns kennen das Huhn vor allem noch in Form von Eiern und Pouletfleisch. Was aber wissen wir wirklich über eines der wichtigsten Nutztiere der modernen Zivilisation? Woher stammt es und wie kam es, dass es im Laufe der Jahrhunderte nicht nur Höfe und Küchen eroberte, sondern auch in Kulturen und Religionen Spuren hinterließ? Höchste Zeit, das oft unterschätze Federvieh besser kennen zu lernen. Heute schätzen wir das Haushuhn kaum noch wegen seinem lautstarken Begrüßen der Morgensonne, seinem kämpferischen Naturell oder seiner Fürsorglichkeit gegenüber seinen Jungen, sondern primär als ständig verfügbares Nahrungsmittel. In den letzten 70 Jahren züchteten wir es zu Legemaschinen und Masthühnern. In der Schweiz werden pro Jahr rund eine Milliarde Eier produziert und fast 120 Millionen Kilogramm Hühnerfleisch konsumiert. Der weltweite Bestand beläuft sich heute auf 23 Milliarden Hühner – fast jede Kultur kennt und nutzt das Huhn.

Hühner. Unterschätztes Federvieh. Foto © Museum zu Allerheiligen Schaffhausen

Wie aber begann die gemeinsame Geschichte von Mensch und Huhn? Wie wurde aus dem scheuen Bankiva-Huhn, das noch heute wild im südostasiatischen Dschungel auf Bäumen lebt, die wichtigste Proteinquelle des Menschen? Können wir heute überhaupt noch ohne Hühner leben und wohin führt der gemeinsame Weg von Huhn und Mensch in Zukunft? Diesen Fragen widmet sich die Sonderausstellung «Hühner – Unterschätztes Federvieh» vom 12. Mai 2020 bis 5. April 2021 im Museum zu Allerheiligen und lädt Groß und Klein ein, in die faszinierende Welt der Hühner einzutauchen und ganz neue und überraschende Aspekte rund ums Huhn kennen zu lernen.

Den imposanten Auftakt macht ein im 3D-Druckverfahren hergestelltes, zehnfach vergrößertes Skelett eines heutigen Masthuhns. Geschaffen wurde das drei Meter hohe Objekt vom Berliner Künstler Andreas Greiner. Es zeigt eindrücklich, wie überraschend viele Gemeinsamkeiten Hühner heute noch mit ihren Vorfahren, den Dinosauriern, haben. Der Gang durch die Ausstellung führt von der Kulturgeschichte des Huhns über die Biologie und die Rassen der Haus- und Wildhühner bis zur ökonomischen Bedeutung der Hühnerhaltung. Dabei begegnen die Besucherinnen und Besucher auf dem großen Catwalk einer bunten Auswahl aus den über 150 in der Schweiz anerkannten Rassen des Haushuhns.. Auch viele der über 250 heute noch existierenden Wildhühnerarten und ihr Lebensraum werden vorgestellt – von der kleinen Wachtel bis zum massigen Truthahn und dem farbenprächtigen Pfau.

Überall in der Ausstellung sind Besucherinnen und Besucher eingeladen, sich spielerisch mit dem Thema auseinander zu setzen. Auch dem Sozialverhalten der Hühner, das durch eine straffe Rangoder Hackordnung geregelt wird, ist eine Station gewidmet. Die mehrstufige Anordnung visualisert die strenge Rangfolge einer Hühnerschar, bei der zuoberst die Alpha-Henne thront, die das Vorrecht auf den besten Futter- und Schlafplatz hat. Ein reichhaltiges Buffet zeigt, was die Hühner von Natur aus gerne aufpicken.

Neben den biologischen Aspekten wird auch die Kulturgeschichte des Huhns aufgezeigt. Objekte aus den verschiedenen Abteilungen des Museums und ausgewählte Leihgaben zeigen, wie eng die Geschichte von Mensch und Huhn verbunden ist, und wie stark das Huhn die Religionen, Sprachen und kulturellen Wertesysteme prägte. Kein anderes Tier hat über Jahrhunderte und Kontinente hinweg eine vergleichbar charakteristische Symbolik erlangt.

Dass für unsere moderne Gesellschaft das Huhn primär ein Eier- und Fleischlieferant bleibt, zeigt ein weiterer Teil der Ausstellung. Ein Hühnerleben verläuft ganz unterschiedlich, je nach Verwendungszweck, Land und Art der Haltung. «Wollt ich, ich wär ein Huhn?» Mit dieser Frage und zahlreichen Visualisierungen über die Nutzung des Huhns durch den Menschen regt die Ausstellung auch zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten an und und liefert dazu spannendes Hintergrundwissen.

MUSEUM ZU ALLERHEILIGEN SCHAFFHAUSEN
www.allerheiligen.ch

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