Erlebnispfade: von der Lechquelle bis zum Fall

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Erlebnispfade: von der Lechquelle bis zum Fall

Der Lech ist einer der letzten wilden Flüsse Europas. Wer seinem Lauf durch zwei Länder und fünf Regionen vom Hochgebirge bis ins Alpenvorland folgt, den erwartet eine besondere Mischung aus Natur, Kultur und Tradition.

Seit Jahrhunderten prägt und verbindet der Lech als einer der letzten Wildflüsse Europas die Traditionen und Geschichten vom Arlberggebiet über die Naturparkregionen Lechtal und Reutte bis Füssen im Allgäu. Der Lechweg selbst führt Wanderer bereits seit sechs Jahren entlang des türkisblauen Lech über insgesamt 125 Kilometer durch verschiedene Landschaftsformen – von seiner Quelle am Formarinsee auf 1.793 Metern bis zu seinem Fall auf 800 Meter bei Füssen. Auf dem moderaten und als „Leading Quality Trail“ zertifizierten Weitwanderweg erlaufen Genusswanderer ohne alpine Erfahrung in sechs, sieben oder acht Tagen ein einzigartiges Naturerlebnis. Denn in jedem der 15 gut beschilderten Abschnitte gibt es etwas Neues zu entdecken, ob Sehenswürdigkeiten, besondere Tier- und Pflanzenarten, kulturelle Schätze oder traditionelle Lechweg-Produkte. Acht Lechschleifen eröffnen zusätzliche Ausflüge in die Umgebung. Zertifizierte Lechweg-Gastgeber sorgen für Komfort, Bewirtung und einen bequemen Gepäcktransport über die
gewählten Etappen.

Unsere Redaktion hat sich bereits auf den Lechweg gemacht. Unser Bericht mit großer Foto-Galerie: Hier klicken!

Sieben Tage den „Wilden“ begleiten: Die klassische Variante des Lechwegs
Klassisch moderat: die Sieben-Tages-Tour des Weitwanderweges ist für alle mit guter Kondition geeignet. Auf den einzelnen Etappen werden zwischen 14 und 24,5 Kilometer zurückgelegt. Wer erst mal gemütlich ankommen und sich mehr Zeit für Natur und Kultur lassen möchte, legt den Lechweg entspannt in acht Tagen zurück. Alternativ lässt sich der Lechweg auch in umgekehrter Richtung gehen.

1. Etappe: Formarinsee bis Lech am Arlberg
Länge: 14 Kilometer, leichter Bergweg
Dauer: 5 Stunden
Das fängt schon mal gut an: Zum Start der ersten Etappe des Lechwegs bringt der blaue Wanderbus von Lech am Arlberg die Besucher bis zum Formarinsee und es eröffnet sich dem Besucher auf 1.793 Metern ein Traumpanorama über den See, aus dessen Quelle der Lech entspringt und seinen Weg beginnt. Jedes Jahr bildet sich der Formarinsee aus Schmelzwasser neu, seine Lage im Lechquellengebirge macht ihn zu einem der schönsten Plätze Österreichs und dem Start-Highlight des Lechwegs. Im Frühjahr können Besucher nach der Schneeschmelze einige Quellen direkt neben dem Weg entdecken. Der Formarinbach ist am Anfang der ständige Begleiter der Wanderung, bevor er sich mit dem Spullerbach zum jungen Lech vereinigt. An der Alpe Formarin erinnert ein Steinbock-Denkmal an die Wiedereinsetzung des Steinwildes seit 1958. Heute lebt dort die größte Kolonie der Tiere in Europa. Am jungen Lech entlang geht es auf Holzstegen und über zahlreiche Brücken vorbei am Gasthaus Älpele bis zum Fischteich im Zugertal, wo sich eine Brotzeit mit fangfrischen Forellen und Saiblingen anbietet.

Ein schöner Start des Lechwegs: Der Formarinsee und Rote Wand im Lechquellgebiet

2. Etappe: Lech am Arlberg bis Warth am Arlberg/Gehren/Lechleiten
Länge: 11/12/14 Kilometer, mittelschwerer Bergweg
Dauer: 4 Stunden
Der Lech schlängelt sich durch den Lecher Ortsteil Stubenbach bis nach Warth am Arlberg/Gehren/Lechleiten durch eine verzweigte Tobellandschaft, die auch abseits der Pfade verläuft. Oberhalb der Lechschlucht an der Gemeindegrenze zwischen Lech und Warth überquert der Wanderer klare Gebirgsflüsse und erreicht über Forstwege durch den Höhenwald schließlich das Walserdorf Warth. Hier zeugen das Walserhus und die Kirche St. Sebastian von der Handwerkskunst der Walser. Wer eine Abkühlung braucht, geht mit den Guides der Alpinschulen aus der Gegend zum Wildwasserschwimmen. Über die Krumbacher Hängebrücke läuft der Lech weiter auf Tiroler Boden nach Gehren.

3. Etappe: Warth am Arlberg/Gehren/Lechleiten bis Holzgau
Länge: 19/18/16 Kilometer, leichter Berg- und Wanderweg
Dauer: 5,5 Stunden
Von Gehren führt der Lechweg weiter nach Lechleiten und von dort über einen Panoramapfad nach Steeg. In der Naturkäserei Sojer genießen Besucher ein Stück vom „Lechweg Beeriger-Lechtler“ bevor es weiter Richtung Hägerau geht. Dort laden Wasserfälle und Kneippanlagen zum Wassertreten und Relaxen ein. Entlang des Jochwegs erreichen die Wanderer schließlich Holzgau. Lüftlmalereien aus dem Spätbarock bilden hier an den Fassaden der Häuser verschiedene architektonische Elemente und Motive aus der Bibel oder dem bäuerlichen Alltag nach.

4. Etappe: Holzgau bis Elbigenalp
Länge: 13 Kilometer, anspruchsvoller Bergweg und leichter Wanderweg
Dauer: 5 Stunden
Auf dem Weg von Holzgau nach Bach streckt sich der Lechweg über eine spektakuläre Fußgängerhängebrücke, die 200 Meter lang und 110 Meter hoch die Höhenbachschlucht überspannt. Wer nicht schwindelfrei ist, wandert auf einer alternativen Route ins Höhenbachtal hinein, vorbei am imposanten Simswasserfall bis zur Einkehrmöglichkeit „Café Uta“. Von dort führt ein Wanderweg hinauf zur Schigge. Auf festem Boden geht es weiter nach Bach. Unmittelbar am Lechufer kommen Besucher weiter ins Zentrum des Lechtals nach Elbigenalp. Einem Dorf, wo sich Berühmtheiten wohlfühlten: Neben Königin Marie, Mutter von Bayerns König Ludwig II., ist Elbigenalp der Geburtsort der legendären Geierwally Anna Stainer-Knittel. Auf der bekannten Geierwally-Freilichtbühne werden Theaterstücke und Konzerte mit Bezug zum Lechtal aufgeführt. Im Restaurant „Zur Geierwally“ geben verschiedene Ausstellungsstücke Einblicke in das Leben der Anna Stainer-Knittel. Das Dorf ist auch eine Hochburg der Schnitzkunst mit mehreren Schnitzschulen, die besichtigt werden können. Ein Prost auf den Lechweg gibt es in der Schaubrennerei des LechwegKramat: Dort verfolgen Besucher zuerst die Herstellung der würzigen Ginsorte, bevor sie den edlen Brand verköstigen.

5. Etappe: Elbigenalp bis Stanzach
Länge: 21 Kilometer, leichter Berg- und Wanderweg
Dauer: 7,5 Stunden
Vom Ortskern Elbigenalp geht es zurück auf den Lechweg in Richtung Häselgehr. Vorbei am Biotop bei Köglen überqueren Wanderer die Lechtaler Landesstraße und laufen über Forst- und Waldwege weiter bis nach Häselgehr. Nach dem Doser Wasserfall, der jedes Jahr aufs Neue entspringt und wieder versiegt, führt die Wanderung über den Burenweg und Panoramaweg bis nach Elmen und Vorderhornbach. Dort genießen die Besucher einen tollen Panoramablick auf das Flusstal. Im Naturerlebnisbad „Badino“ lässt es sich in chlorfreiem Wasser wohlverdient entspannen. Von Vorderhornbach ist man in einer Stunde auf einem leichten Wanderweg in Stanzach. Vor der Überquerung der Lechbrücke geht es auf der linken Seite rauf zum Aussichtspunkt Baichlstein. Hier am Hausberg von Vorderhornbach öffnet sich der Blick auf den Lechzopf, so benannt nach der markanten Form des Flusslaufs an dieser Stelle, und die Lechauen zwischen Stanzach und Forchach, die die steinige und zugleich sanfte Seite des Lechwegs markieren.

6. Etappe: Stanzach bis Wängle (Reuttener Talkessel)
Länge: 22 Kilometer, leichter Berg- und Wanderweg
Dauer: 7 Stunden
Ab Stanzach offenbart sich der wilde Charakter des Lechs: Entlang der Schotterbänke geht es durch eine der letzten Wildflusslandschaften Europas bis nach Forchach. Auf dem leichten Wanderweg bietet sich eine Fülle an Rast- und Entspannungsmöglichkeiten. Ob Steinmännchen bauen oder Brotzeit auf einem der Treibholzstämme – am wilden Lech heißt es genießen. Vogelkundler finden in den Schotterbänken beste Bedingungen für das Beobachten vieler Brutvogelarten. An der Forchacher Hängebrücke verläuft der Lechweg weiter über den Baggersee nach Weißenbach zum Weiler Rieden und dem idyllischen Riedener See, bevor die Wanderer das letzte Stück Richtung Wängle bewältigen.

7. Etappe: Wängle bis Füssen (Lechfall)
Länge: 25 Kilometer, leichter Berg- und anspruchsvoller Wanderweg
Dauer: 8 Stunden
Kurz vor dem Fall reiht sich ein Highlight an das nächste: Von Wängle aus führt der Lechweg zunächst hinauf zur Costarieskapelle, wo man mit dem perfekten Ausblick auf den Talkessel von Reutte belohnt wird. Weiter geht es in Richtung Frauensee, bevor der Weg wieder hinunter zum Lech und weiter in die Pflacher Au führt. Diese ist bekannt für ihre Vogelvielfalt. Auf dem 17 Meter hohen Vogelaussichtsturm kann man das ganze Gebiet überblicken. Bei Pfalch verlassen Wanderer den Fluss und gehen auf Wald- und Forstwegen über den Kniepass bis zur Sternschanze, die als vorgelagerte Befestigungsanlage heute Teil der Burgenwelt Ehrenberg ist. Dann folgt die letzte Wegstrecke bis zum Lechfall in Füssen. Nach einem Stück auf Forstwegen führt der Lechweg auf Waldpfaden in Richtung Alpsee auf bayerischen Boden – mit einer herrlichen Aussicht auf Schloss Hohenschwangau und Schloss Neuschwanstein. Auf dem Alpsee-Rundweg geht es vorbei am Marienmonument, bevor der Lechweg oberhalb des Schwansees ein letztes Mal ansteigt. Auf dem Kalvarienberg angekommen, entschädigt der Ausblick für alle Strapazen: Über die Dächer von Füssen hinweg reicht die Sicht auf der einen Seite weit ins Alpenvorland mit seinen vielen Seen, auf der anderen zu den Königsschlössern und nach Tirol. Anschließend folgt der Abstieg zum Lechfall – und dem Ende des Lechwegs.

Ausgedehnte Streifzüge: die Lechschleifen
Für Naturhungrige und Kulturinteressierte gibt es acht Lechschleifen, die den Lechweg mit verschiedenen Themen in Halbtages- oder Tagestouren erweitern und bereichern. Von leicht bis anspruchsvoll können die Schleifen zusätzlich zum Weitwanderweg oder als Alternative gegangen werden. Zum Beispiel führt die Lechschleife Lech am Arlberg zu einer geologischen Besonderheit, den Oberlecher Gipslöchern. Faszinierende Amphibien und Insekten, wie die glänzende Smaragdlibelle, warten auf der Lechschleife Bach-Elbigenalp. Wer Lust auf mittelalterliches Flair hat, der dreht eine Schleife zum Bollwerk Ehrenberg. Ab Ehenbichl führt der Weg über die Ruine Ehrenberg zu einer der längsten Fußgängerhängebrücken der Welt, der über 400 Meter langen highline179. Am Lechfall kann man zum Schluss noch die Lechschleife „Von See zu See“ durch das Faulenbacher Tal anhängen.

Authentischer Genuss: die Lechweg-Produkte
Der Lech prägt seine Regionen und ihre Bewohner seit der Antike. Landwirtschaft, Braukunst und traditionelles Handwerk sichern das Leben am wilden Fluss bis heute. Entlang des Lechwegs können Besucher verschiedene Produkte und Lebensmittel entdecken, die qualitätsbewusst und nachhaltig hergestellt werden. Wer seine Wanderung kulinarisch bereichern möchte, probiert die besonderen Fleisch-, Wurst- und Käsespezialitäten: zum Beispiel die prämierten „Lechweg-Chrommi-Chämniwürza“-Würste mit Kräutern und Beeren. Das „Lechweg-Lechlüfterl“ aus mageren getrockneten Rindfleischstreifen ist der ideale Snack für unterwegs. Käsefreunde können sogar bei der Herstellung der Sorten zuschauen: In der Naturkäserei Sojer in Steeg entsteht der „Lechweg-Beeriger Lechtler“ mit feiner Rotschmiere. Aus der Wildberg Käserei in Reutte kommt der „Lechweg-Brettlkäs“ aus aromatischer Berg-Heumilch. Dabei sein können Besucher auch bei der Gewinnung von edlen Tropfen: Die aus Wacholder und Zitronenmelisse produzierte Ginsorte „Lechweg-Kramat“ entsteht in der Schaubrennerei Lechtaler Haussegen in Elbigenalp, während das würzige „Lechweg-Bier“ in Vils gebraut wird. Das besondere Aroma des Lechweg-Bieres macht auch das Vollkornbrot „Lechweg-Leable“ der Bäckerei Ihrenberger in Reutte aus, da der Treber des Bieres im Brot verbacken wird. Naschkatzen freuen sich über die „Lechweg-Tufflis“, Schokotrüffel mit Himbeer, Zirbe und Holunder aus der Patisserie Susanne Matzner in Lechaschau. Für alle, die lieber duftende Erinnerungen mit nach Hause nehmen: Leovinus Naturkosmetik in Hopferau bei Füssen bietet eine große Auswahl, darunter die spezielle „Lechweg-Seife“ mit krampflösender Wirkung. Der Prozess des Seifensiedens ist in der ersten gläsernen Seifenmanufaktur Bayerns für alle gut zu sehen.

Weitere Informationen gibt es unter www.lechweg.com sowie beim Verein Lechweg unter Tel.+43-5672-62336-20.

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