Franz Joseph und Joseph Anton Feuchtmayer – zwei außergewöhnliche Künstler in Salem

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Kloster und Schloss Salem

Franz Joseph und Joseph Anton Feuchtmayer – zwei außergewöhnliche Künstler in Salem

Anfang März haben zwei bekannte Künstler des 18. Jahrhunderts Geburtstag: Franz Joseph Feuchtmayer, dessen Tauftag am 9. März 1660 verzeichnet ist, und sein Sohn Joseph Anton, der am 6. März 1696 geboren wurde – ein guter Zeitpunkt also, um an die beiden zu erinnern, haben sie doch mit ihren Werken den Bodenseeraum sowie Kloster Salem mitgeprägt. Ein Hauptwerk von Franz Joseph Feuchtmayer ist die prächtige Stuckausstattung des Kaisersaals. Joseph Anton schuf in Salem nicht nur Stuckaturen, sondern auch den Orgelprospekt der Dreifaltigkeitsorgel im Münster sowie die eindrucksvollen Holzskulpturen, die ehemals im Marstall standen.

FRANZ JOSEPH FEUCHTMAYER GESTALTET DEN KAISERSAAL
Nach einem verheerenden Brand am 9. März 1697, der große Teile des Klosters zerstörte, bauten die Salemer Mönche ihre Reichsabtei wieder neu auf – nun im prächtigen Barock. Dabei beauftragten die Äbte renommierte Künstler mit dem Aufbau der Gebäude und der Ausstattung der Räume. Der Bildhauer und Stuckateur Franz Joseph Feuchtmayer (1660–1718) erhielt seit 1706 regelmäßig Aufträge und siedelte deshalb von Schongau nach Mimmenhausen über. Sein Hauptwerk ist die Stuckausstattung des prächtigen Kaisersaals, der als repräsentativer Empfangsraum der Reichsabtei diente. Überlebensgroße Statuen der Habsburger Kaiser und Medaillons von Päpsten zieren die Wände des Saals; die vier prächtigen Portale thematisieren mit ihren Skulpturen Krieg und Frieden, weltliches und kirchliches Regiment. Seiner Arbeit lag ein Programm zugrunde, das dem Gast die politische Bedeutung Salems vor Augen führen sollte – eine freie Reichsabtei, die nur dem Kaiser und dem Papst untertan ist.

Salem Skulpturengruppe Joseph Anton Feuchtmayer. Foto © SSG

DIE SKULPTUREN VON JOSEPH ANTON FEUCHTMAYER IM MARSTALL
Franz Joseph Feuchtmayers Sohn Joseph Anton (1696-1770) trat in die Fußstapfen seines Vaters und erlangte als Künstler noch größere Bekanntheit. Sein wohl berühmtestes Werk ist die Ausstattung der Klosterkirche Birnau mit der Figur des Honigschleckers. Aber auch in Kloster und Schloss Salem schuf er bedeutende Werke: So zeichnete er und seine Werkstatt verantwortlich für die Stuckaturen in einem Teil des Salemer Kreuzgangs und für Teile der figürlichen Ausstattung des Münsters. Auch die Holzstatuen im Marstall, die heute im Klostermuseum zu sehen sind, zählen zu seinen Werken. Typisch für ihn sind die raumgreifende Bewegtheit seiner Figuren und die ausdrucksstarken Mimiken. Heute stehen im Marstall aufwendige 3-D-Reproduktionen der Holzfiguren.

BERÜHMTE KÜNSTLER: DIE FEUCHTMAYERS
Die künstlerische Begabung beschränkte sich nicht nur auf Franz Joseph und Joseph Anton Feuchtmayer – beide entstammen einer der berühmtesten oberschwäbischen Künstlerfamilien: Zahlreiche Familienmitglieder waren als Stuckateure, Bildhauer, Maler, Baumeister und Kupferstecher tätig. Viele von ihnen gehörten zur sogenannten „Wessobrunner Schule“, die die Künstler in den Werkstätten der Benediktinerabtei Wessobrunn ausbildete. Die Wessobrunner beeinflussten im 18. Jahrhundert maßgeblich die Stuckkunst in Süddeutschland, Tirol und der Schweiz. Wichtige Vertreter waren neben den Feuchtmayers die Brüder Johann Baptist und Dominikus Zimmermann und die über mehrere Generationen tätige Familie Schmuzer. Die Familien Schmuzer und Feuchtmayer waren auch verwandtschaftlich verbunden: Maria Schmuzer war die Ehefrau von Michael Feuchtmayer und die Mutter von Franz Joseph.

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