Die Orgel: Instrument des Jahres 2021 – Meisterwerk Gablers in Ochsenhausen

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Kloster Ochsenhausen

Die Orgel: Instrument des Jahres 2021 – Meisterwerk Gablers in Ochsenhausen

Die Orgel, die „Königin der Instrumente“, ist 2021 das Instrument des Jahres. Grund genug, an eine ganz herausragende historische Orgel in Kloster Ochsenhausen zu erinnern: Der Orgelbauer Joseph Gabler, geboren in Ochsenhausen, baute in der Klosterkirche seine erste große Orgel – und die wurde gleich zu einem Meisterwerk. Joseph Gabler gilt als einer der wichtigsten Orgelbauer der Barockzeit in Süddeutschland. Sein Opus 1 ist bis heute in der Klosterkirche in Ochsenhausen erhalten.

DIE ORGEL: DAS INSTRUMENT DES JAHRES
Das von den Landesmusikräten für 2021 gekürte Instrument des Jahres ist die Orgel. Sie wird auch als „Königin der Instrumente“ bezeichnet und vereint eine Reihe von Superlativen: Sie ist das größte, tiefste, höchste, leiseste und lauteste Instrument. Seit 2008 gibt es jährlich ein „Instrument des Jahres“: Mit dieser Auszeichnung möchten die Landesmusikräte auf die Musik und das Musizieren im Allgemeinen aufmerksam machen und ein Instrument mit der zugehörigen Literatur in den Fokus stellen. Die Orgel ist das einzige Instrument, bei dem die akustischen Gegebenheiten vor Ort einen direkten Einfluss auf den Bau haben. Der Orgelbau spiegelt die technischen Entwicklungen und stilistischen Veränderungen von der Antike bis heute wider, so dass die Stilvielfalt von 500 Jahren Kirchenmusik an vielen erhaltenen oder restaurierten Orgeln sicht- und hörbar ist. 2017 wurden Orgelbau und Orgelmusik in Deutschland als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit von der UNESCO anerkannt.

DER ORGELBAUER JOSEPH GABLER
Einige grandiose Exemplare baute der Orgelbauer Joseph Gabler (1700–1771) aus Ochsenhausen in den Klöstern Weingarten, Ochsenhausen und Zwiefalten. Er gilt als einer der wichtigsten Orgelbauer der Barockzeit in Süddeutschland. Joseph Gabler lernte zuerst das Schreinerhandwerk im Kloster Ochsenhausen. Auf der danach folgenden Wanderschaft kam er in Kontakt mit Orgelbauern. Von 1728 bis 1736 schuf er dann in der Klosterkirche St. Georg in Ochsenhausen seine erste große Orgel. Danach baute er bis 1750 die große Orgel in der Klosterkirche Weingarten. Zu seinen weiteren Werken gehört die Chororgel in Zwiefalten. Die letzten Lebensjahre verbrachte er in Bregenz, wo er beim Bau der Stadtkirchenorgel vom Schlag getroffen wurde.

Kloster Ochsenhausen Orgel Westempore. Foto © SSG / Steffen Hauswirth

DIE ORGEL IN OCHSENHAUSEN
Joseph Gabler gelang es, in Ochsenhauen das barocke Ideal eines Kunstwerks zu verwirklichen, das mehrere Sinne anspricht: Ohren und Augen – und obendrein das Gefühl für Schönheit. Der junge Orgelbauer überraschte mit einem ungewöhnlichen Werk: der ersten Orgel in Süddeutschland, die mit vier Manualen, also vier Tastenreihen, ausgestattet war. Die reichverzierte Orgel steht auf der Westempore der Klosterkirche. Im symmetrisch aufgebauten Prospekt fallen sofort die Pfeifen auf: Obwohl manche Pfeifen beschädigt oder nicht immer sachgerecht repariert wurden, sind noch erstaunliche 2.457 Pfeifen erhalten, die von Joseph Gabler und seinen Mitarbeitern angefertigt wurden. Insgesamt hat das Werk heute 3.174 Pfeifen. Gabler hat sich für Ochsenhausen eine liebenswerte Spielerei einfallen lassen. Sobald der Organist ein bestimmtes Register zieht, erscheint das Ochsenhauser Wappentier – das Öchsle – an der oberen Kante des mittleren Prospekts. Die Orgel in der Klosterkirche wird bis heute gespielt – bei Gottesdiensten, aber auch bei Konzerten.

GABLERS BEDEUTUNG HEUTE
Joseph Gabler gilt heute, neben Johann Nepomuk Holzhey und Karl Joseph Riepp, als der bedeutendste Orgelbauer Oberschwabens. Seine Orgeln in Weingarten und Ochsenhausen stattete er mit einem freistehenden, also nicht an das Orgelgehäuse angebauten, Spieltisch aus. Das gewährte dem Organisten freie Sicht zum Altar oder zum Dirigenten. Diese Anordnung wurde im 18. Jahrhundert von den meisten süddeutschen Orgelbauern übernommen.

SAGENUMWOBENER ORGELBAU
Weil die Orgel ein so eindrucksvolles Instrument ist und allein schon durch ihre Größe und die Macht ihres Klanges rätselhaft ist, haben sich immer wieder Legenden um die Kunst des Orgelbaus entwickelt. So auch um den Orgelbauer Joseph Gabler – darunter die „Vox-humana-Sage“, die sich auf die Große Orgel in Weingarten bezieht. Joseph Gabler versuchte, mit einem Orgelregister die menschliche Stimme nachzuahmen, was ihm trotz sorgfältiger Holzauswahl und einer Mischung spezieller Metalllegierungen nicht gelang. Der Sage nach soll ihm der Satan im Tausch für seine Seele Hilfe versprochen haben, das teuflische Register soll jedoch nur weltliche Lieder hervorgebracht haben. Der von den Mönchen geforderte Ersatz gelang Gabler aber so gut, dass ihm der vermeintliche Pakt mit dem Teufel verziehen wurde.

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