“Idyllen zwischen Berg und See ” im Rosgartenmuseum Konstanz

#rosgartenmuseum #konstanz #südverlag

29. Juni 2021 bis 9. Januar 2022
Idyllen zwischen Berg und See
Die Entdeckung von Bodensee und Voralpenraum

Idyllen zwischen Berg und See

Während der Aufklärung entdeckten Dichter und Maler den wildromantischen Voralpenraum und den Bodensee: Goethe machte hier Station, der Landschaftsmaler Joseph Anton Koch studierte die erhabenen Wunder der Alpen, die Dichter Gustav Schwab, Annette von Droste-Hülshoff und Eduard Möricke verewigten dieses alemannische Arkadien in berührenden Idyllen. Sie lobten das Licht, die schroffe Bergwelt, Klöster und Ruinen sowie die verträumte Freundlichkeit der Hirten und Seeanwohner. Gekrönte Häupter wie der badische Großherzog und der württembergische König bezogen am Bodensee ihre Sommerresidenzen.

Im frühen 19. Jahrhundert kletterten vorwiegend englische Gentlemen in die Berge des Voralpenlandes. Sie schwärmten für die steinernen Zeugen vergangener Zeiten und sprangen am Bodenseeufer vergnügt ins Schwimmbecken der ersten „Badeanstalten“. Rasch wurde die Landschaft zum Anziehungspunkt für junge Künstler, aber auch für vermögende Kurgäste, Bildungsreisende und großbürgerliche „Sommerfrischler“. Der beginnende Reiseboom benötigte Infrastruktur: Es wurden Hotelpaläste, Seebäder und Wanderhütten gebaut. Die Neuentdeckung der „regionalen Küche“ und der Weinbau machten den Aufenthalt angenehm, Dampfschiffe brachten die Touristen von Ufer zu Ufer.

Hier ansässige Künstler, Lithografen und Verleger bedienten die Nachfrage nach Souvenirs: In ihren gedruckten Ansichten verbreiteten sie ein Abbild der Landschaft zwischen Säntis und Rheinfall, das romantische Vorstellungen einer biedermeierlichen Idylle tradierte – manches davon prägt bis heute die touristische Vermarktung.

Constanz, Ansicht v. Nordwesten, Georg M. Kurz nach Richard Höfle, 1848. Foto © Rosgartenmuseum Konstanz

Die Konstanzer Sonderausstellung zeigt Spitzenwerke dieser grafischen Kunst aus Museen und privaten Sammlungen zwischen Appenzellerland, Bodensee und Rhein: Kolorierte Lithografien, Stiche und farbkräftige Gouachen die zum Lob einer untergehenden Welt wurden, während das Überkommene durch Industrialisierung und Massenverkehr bereits überrollt wurde. Frühe Andenken, einmalige Zeugnisse aus großbürgerlichen Hotelpalästen und Relikte adligen Lebens aus Schlössern der Landschaft illustrieren sowohl Umbrüche als auch das Beharrungsvermögen im langen 19. Jahrhundert.

Ein Kooperationsprojekt des Rosgartenmuseums Konstanz mit den Schweizer Museen Turmhof Steckborn, Volkskundemuseum Stein, Museum Appenzell, Museum Rosenegg, Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen, Museum Herisau, vorarlbergmuseum Bregenz und namhaften Privatsammlern.

Quelle / Mehr Infos: www.rosgartenmuseum.de

Rosgartenmuseum
Rosgartenstraße 3-5
78462 Konstanz
Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag: 10 – 18 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag: 10 – 17 Uhr

Das Buch zur Ausstellung:
Tobias Engelsing (Hg.)
Idyllen zwischen Berg und See. Die Entdeckung von Bodensee und Voralpenraum
Südverlag Konstanz, Hardcover, ca. 170 Seiten, reich illustriert, ca. 20 Euro
Im Museumsshop und im Buchhandel erhältlich.

Malerisch und pittoresk: Der reich bebilderte Band „Idyllen zwischen Berg und See. Die Entdeckung von Bodensee und Voralpenraum“ von Tobias Engelsing (Hg.) nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise durch eine bedeutende Kulturlandschaft und zeigt Spitzenwerke aus Museen und Sammlungen zwischen Appenzellerland, Bodensee und Rhein. Ab dem 21.06.2021 im Südverlag.

Seit dem späten 18. Jahrhundert kletterten naturbegeisterte Aufklärer und englische Gentlemen in die Berge des Voralpenlandes. Mit dem Bau von Eisenbahnlinien wurde auch die Landschaft zwischen Säntis und Rheinfall zum Anziehungspunkt für junge Künstler, Bildungsreisende, vermögende Kurgäste und großbürgerliche Sommerfrischler. Sie schwärmten für die schroffe Bergwelt, den glitzernden See, Klöster und Ruinen. Es wurden Hotelpaläste, Seebäder und Wanderhütten gebaut, Dampfschiffe schipperten die Touristen über den See. Ansässige Künstler, Lithografen und Verleger bedienten die Nachfrage nach Souvenirs:

In ihren gedruckten Ansichten verbreiteten sie ein Abbild der Landschaft zwischen Säntis und Rheinfall, das romantische Vorstellungen einer biedermeierlichen Idylle vermittelte. Das Buch stellt diese grafische Kunst — vor Industrialisierung und Massenverkehr – geschmackvoll aufbereitet dar.

„Idyllen zwischen Berg und See. Die Entdeckung von Bodensee und Voralpenraum“ ist der Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung, die vom 29. Juni 2021 bis 9. Januar 2022 im Rosgartenmuseum in Konstanz stattfindet. Sie zeigt die schönsten kolorierten Lithografien, Gouachen und Darstellungen des großen Naturraumes zwischen Säntis und Rheinfall zur Zeit seiner touristischen Entdeckung zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Durch einen umfangreichen Abbildungsteil würdigt der Begleitband dieses breite Spektrum entsprechend.

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