Buchvorstellung: Festung Hohentwiel. Wehrbaukunst und Festungsalltag

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Festungsruine Hohentwiel

Buchvorstellung: Festung Hohentwiel. Wehrbaukunst und Festungsalltag

Die Festungsruine Hohentwiel gehört zu den beeindruckendsten Festungsanlagen Südwestdeutschlands. Heute konnte die neu erschienene Publikation „Festung Hohentwiel. Wehrbaukunst und Festungsalltag am Beispiel einer württembergischen Landesfestung“ von Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, zusammen mit der Projektleiterin Dr. Carla Mueller und den Autoren vorgestellt werden. Das Buch beleuchtet die Baugeschichte der ab 1521 von den Herzögen von Württemberg zu einer frühneuzeitlichen Festung ausgebauten Anlage anhand zahlreicher Bild- und Schriftquellen, die im Rahmen einer mehrjährigen von den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg geförderten Forschungsarbeit erstmals erschlossen werden konnten. Das Buch ist zum Preis von 49,95 Euro im Infozentrum am Hohentwiel und im Buchhandel erhältlich.

DIE FESTUNGSRUINE NEU ERFORSCHT
Zur Festung Hohentwiel existierte bislang keine umfassende Baugeschichte. Durch das vom Land Baden-Württemberg initiierte Projekt der Digitalisierung wichtiger kultureller Güter konnte die Festungsruine in den Fokus der Forschung genommen werden. Sensationelle Archivfunde sowie zahlreiche Pläne und Ansichten ermöglichen erstmals eine fast lückenlose Erschließung der Baugeschichte vom 15. Jahrhundert bis 1800 sowie Einblicke in die Sozialgeschichte und die Lebenswirklichkeit einer frühneuzeitlichen Festung. Auch die Technik- und Militärgeschichte der Zeit werden thematisiert.

EINDRUCKSVOLLES NEUES BILD DER ANLAGE
Durch das Projekt der Digitalisierung, das von den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg unterstützt wird, konnte der Hohentwiel wie kaum ein anderes Monument des Landes vollständig vermessen und digital baugeschichtlich aufbereitet werden. Auf der Grundlage von Scandaten konnten acht Bauphasen lückenlos rekonstruiert und modelliert werden. Damit liefert die Publikation ein beeindruckendes neues Bild der Anlage: eine Zusammensicht von lokaler Geschichtsschreibung, die auch den Blick auf überraschende Alltagsszenerien miteinbezieht, und akademischer Bauforschung.

Singen Luftbild Festungsruine Hohentwiel. Foto © Achim Mende / SSG

AUFWENDIGE RECHERCHE UND VISUALISIERUNG
Die detailreiche historische Darstellung des Monuments ist das Verdienst der Autoren Dr. Roland Kessinger und Jörg Wöllper, die umfangreiche Quellenrecherchen in Archiven Deutschlands, Frankreichs, Österreichs und der Schweiz vorgenommen und die Ergebnisse für die Publikation aufbereitet haben. Dabei tauchten unerwartete Schätze wie die älteste wirklichkeitsgetreue Darstellung des Hohentwiel auf. Eine Besonderheit des Buches sind die von Julian Hanschke erstellten 3-D-Rekonstruktionen. Sie sind den historischen Plänen und Ansichten jeweils gegenübergestellt, um ein plastisches Bild der Festung zu präsentieren. Das den Rekonstruktionen zugrundeliegende fotogrammetrische Modell wurde mittels Drohnenflügen über dem Bergterrain gewonnen. Es basiert auf modernsten Vermessungsmethoden. Die daraus gewonnen Geodaten ermöglichten es, Ungenauigkeiten in dem historischen Planmaterial zu erkennen und für die 3-D-Rekonstruktionen zu korrigieren. Sie liefern somit weitere Erkenntnisse für zukünftige Forschungen an der Baugeschichte.

ENGE ZUSAMMENARBEIT MIT VERMÖGEN UND BAU
Die Ruine der ehemaligen württembergischen Landesfestung Hohentwiel ist ein besonderer kultureller Schatz des Landes. „Damit wir und auch kommende Generationen ein so eindrucksvolles Monument bis ins kleinste Detail erfahren können, ist sowohl der bauliche Erhalt als auch eine ausgezeichnete Vermittlung notwendig. In Baden-Württemberg arbeiten daher die Staatlichen Schlössern und Gärten eng mit der Staatlichen Vermögens- und Hochbauverwaltung zusammen“, erklärt Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten.

DIE AUTOREN
Dr. Roland Kessinger ist Regionalhistoriker, Burgen- und Festungsforscher. Als Fachautor verfasste er zahlreiche Publikationen und Vorträge zur Geschichte des Hohentwiel. Jörg Wöllper ist Regionalhistoriker mit Schwerpunkten auf der Geschichte des Dreißigjährigen Krieges und zu Festungen in Südwestdeutschland. Auch er ist Verfasser zahlreicher historischer Publikationen. Dr.-Ing Julian Hanschke ist apl. Professor für das Fachgebiet Bau- und Architekturgeschichte am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Experte für 3-D-Rekonstruktionen und -Visualisierungen. Seit 2018 wirkt er an der Digitalisierungsstrategie Baden-Württemberg, Forschungsprojekt Festungsruine Hohentwiel, mit. 2015 legte Julian Hanschke ein Standardwerk mit 551 Abbildungen, darunter zahlreichen digitalen Rekonstruktionen, zur Architektur und Baugeschichte des Heidelberger Schlosses vor.

BIBLIOGRAFISCHE DATEN DES BUCHES
Roland Kessinger, Jörg Wöllper: Festung Hohentwiel. Wehrbaukunst und Festungsalltag am Beispiel einer württembergischen Landesfestung. Mit baugeschichtlichen Rekonstruktionszeichnungen von Julian Hanschke. Hrsg.: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Petersberg, Michael Imhof Verlag 2021, 440 Seiten mit 268 Farb- und 7 S/W-Abbildungen, ISBN 978-3-7319-1084-8, 49,95 Euro.
Das Buch ist im Infozentrum am Hohentwiel und im Buchhandel erhältlich.

FESTUNGSRUINE HOHENTWIEL ALS AUSFLUGSZIEL
Weitläufige neun Hektar groß ist die Festungsanlage. Ihre Verteidigungsmauern und Kasematten sowie die großen Häuserruinen geben heute noch einen guten Eindruck davon, wie dieses Bollwerk noch im 18. Jahrhundert gewirkt haben muss. Sie ist ein Ort jahrhundertalter und wechselvoller Geschichte: Sie war Sitz der schwäbischen Herzöge im 10. Jahrhundert umkämpft im hochmittelalterlichen Investiturstreit zwischen Kaiser- und Papstanhängern, als spätmittelalterliche Adelsburg ein gefürchtetes Rauritternest und seit dem frühen 16. Jahrhundert württembergische Landesfestung mit herzoglichem Schloss, zeitweise diente sie sogar als Staatsgefängnis. In der Romantik wurde die Festungsruine von Joseph Viktor von Scheffel zu einem Liebesroman um die Herzogin Hadwig und den Mönch Ekkehard verarbeitet. Nicht nur für Kinder sind die geheimnisvollen Mauern, die zahlreichen Gewölbe, Keller, Gänge, Schlupfwinkel und Treppen ein absolutes Paradies! Auch für Wander- und Naturfreunde hält die Festungsruine Einiges bereit. Der Hohentwiel selbst ist ein ehemaliger Vulkan und steht unter Naturschutz: Flora und Fauna des Berges weisen eine besondere Artenvielfalt auf.

DEN HOHENTWIEL ANALOG UND DIGITAL ERLEBEN
Der Aufstieg dauert circa 25 Minuten – unterwegs steht Besucherinnen und Besucher im Prolog der „Monumente 3D“-App die facettenreiche Geschichte des Hohentwiel als Audiotour zur Verfügung: Diese reicht bis in die Zeit, als hier im Hegau die Erde noch vulkanisch aktiv war. Schon lange vor dem Jahr 1000 nutzten die Menschen den steilen Berg als Standort für eine sichere Burg. Mit der innovativen Monumente-App können Besucherinnen und Besucher auf eigene Faust – und im eigenen Tempo – den Berg und die Festungsanlage erkunden.

SERVICE
Festungsruine Hohentwiel
ÖFFNUNGSZEITEN
23. Mai bis 15. September
Mo – So, Feiertag 09:00 – 19:30 Uhr, letzter Einlass 18.30 Uhr

PREISE
Erwachsene 5,00 € / Ermäßigte 2,50 € / Familien 12,50 €

Mit Führung:
Erwachsene 8,00 € / Ermäßigte 4,00 € / Familien 20,00 € / Gruppen (ab 15 Personen) p.P. 7,20 € / Schulklassen p.P. 3,00 €

Eintrittskarten sind nur im Infozentrum erhältlich.

VORAUSSETZUNGEN FÜR DEN BESUCH
Erhebung Kontaktdaten:
Es besteht eine Pflicht zur Erhebung und Datenverarbeitung der Kontaktdaten der Gäste zur eventuellen Infektionskettennachverfolgung gemäß § 6 Corona-Verordnung. In Innenräumen gilt die Maskenpflicht.

KONTAKT
Infozentrum
Auf dem Hohentwiel 2a
78224 Singen
Tel.: +49(0)77 31.6 91 78
info@festungsruine-hohentwiel.de
WWW.FESTUNGSRUINE-HOHENTWIEL.DE

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