Napoleonmuseum Thurgau: Des Kaisers alte Waffen

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bis 31.10.22: Napoleonmuseum zeigt Sammlung Napoleons III.

Napoleonmuseum Thurgau: Des Kaisers alte Waffen

Der französische Kaiser Napoleon III. war ein Technik-Nerd seiner Zeit. Bereits als junger Mann setzte er sich, am Bodensee lebend, mit Leidenschaft für die Ingenieurskunst und den wissenschaftlichen Fortschritt ein. Außerdem baute und sammelte er mit Hingabe raffiniert konstruierte Waffen. Diese in Vergessenheit geratene Leidenschaft des Kaisers greift das Napoleonmuseum in seiner neuen Sonderausstellung auf. Im Ausstellungsraum «Cinéma» präsentiert es die interessantesten Stücke aus seiner Sammlung. Sie sind der Öffentlichkeit bisher unbekannt, in französischen Fachkreisen gilt die Waffensammlung des Kaisers sogar als weitgehend verschollen. Die Ausstellung «Aux Armes! Die Waffensammlung des Napoleonmuseums» ist vom 27. April bis 31. Oktober 2022 auf dem Arenenberg zu sehen.

Neben technischen Finessen faszinierte Napoleon III. vor allem das handwerkliche Können der Büchsenschmiede. Gerne liess er sich prachtvolle Waffen schenken oder gab solche in Auftrag, um sie seinerseits zu verschenken oder neue Techniken zu erproben. Darüber hinaus erwarb er grosse Privatsammlungen.

Eine Sammlung, die als verschollen galt
Entsprechend muss die private Waffensammlung Napoleons III. enorme Ausmasse besessen haben. Sie gilt in der Fachwelt bis auf wenige Stücke als verschollen. Nur im Pariser Louvre werden einige aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit stammende Waffen gezeigt, sonst scheint die Kollektion in alle Winde zerstreut. Ihre Spuren verlieren sich. Doch das stimmt nicht ganz! Im Depot des Napoleonmuseums auf Arenenberg schlummern gut behütet 92 Waffen aus der kaiserlichen Sammlung. 79 Stück davon kamen durch die Schenkung von Kaiserin Eugénie in den Besitz des Kantons Thurgau. Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt der nachvollziehbaren kaiserlichen Sammlungen: 35 sehr unterschiedliche Waffen aus dem 17. bis ins 19. Jahrhundert nebst dazugehörigen Werkzeugen. Luntenbüchsen, Steinschlossgewehre, Hinterlader, Revolver, Säbel, Degen, aber auch eine raffinierte Attentatswaffe, als Spazierstock getarnt. Bei den präsentierten Objekten handelt es sich um Waffen aus europäischer, nordamerikanischer und türkisch-osmanischer Produktion.

Französisches Steinschlossgewehr um 1806. Detail des Jagdgewehrs Napoleons I. aus Silber mit Steinschloss. Bildnachweis: Napoleonmuseum Arenenberg

Lunten- und Schnappschlossbüchsen
Wie die Stücke auf den Arenenberg kamen, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Besucher sprechen schon in den 1830er Jahren davon, eine Kollektion des späteren Kaisers gesehen zu haben. Teile davon sind wohl einfach am Bodensee verblieben und bilden den Grundstock der Arenenberger Sammlung. Dazu zählt vermutlich eine mit Elfenbein-Intarsien geschmückte und mit silbernen Beschlägen versehene Luntenbüchse und ihre Büchsengabel. Beide stammen aus dem 17. Jahrhundert. Exotisch wirken die reich mit Gold, Silber und Einlegearbeiten aus Perlmutt oder Elfenbein versehenen osmanisch-türkischen Waffen. Darunter findet sich z.B. eine Schnappschlossbüchse aus der Werkstatt von “Derwisch Mustafa”, der während der Regierungszeit von Sultan Mahmud II. (1808 – 1829) arbeitete. Lokalbezug weist ein prachtvoll vergoldeter Löwenkopf-Säbel des Prinzen Eugène de Beauharnais auf, des Erbauers des dem Arenenberg benachbarten Schloss Eugensberg. Der Fürst bekam ihn von Napoleon I., seinem Stiefvater, geschenkt.

Das Napoleonmuseum: Historisches Herzstück des Arenenbergs
Das Napoleonmuseum bildet das historische Herzstück des Arenenbergs am schweizerischen Bodensee. Nach dem Sturz Napoleons kaufte dessen Stieftochter, die holländische Königin Hortense, im Jahr 1817 das Arenenberger Schlossgut und machte es zu ihrem Exilsitz. Sie baute um und stattete die prachtvollen Salons stilsicher aus. Aus Frankreich hatte sie ihren neunjährigen Sohn Louis Napoléon mitgebracht, der bis zu seinem 31-sten Lebensjahr auf dem Arenenberg lebte. Unter dem Namen Napoleon III. ging er als letzter französischer Kaiser in die Geschichte ein. Er und seine Frau, Kaiserin Eugénie, erweiterten das Schloss um zusätzliche Salons. 1906 schenkte Eugénie das Anwesen und sein dort verbliebenes Inventar dem Kanton Thurgau. Er richtete in dem Schlossgut ihrem Wunsch gemäss das Napoleonmuseum und eine Schule für die Thurgauer Landwirtschaft ein. Beides besteht bis heute.

Arenenberg gleich Romantik pur
Der Arenenberg im Thurgau liegt mit seinem Schloss an einem der schönsten und romantischsten Plätze am ganzen Bodensee. Von der Schlossterrasse aus bietet sich ein spektakulärer Blick über die Unterseeregion. Auf dem Arenenberg lässt sich genüsslich Zeit verbringen und dabei das Schloss mit seinen Schätzen entdecken, im Park flanieren, die Aussicht geniessen und im Bistro herzhaft-feine regionale Küche geniessen. Wer seine Ferien auf dem Arenenberg verbringen möchte, logiert im modernen Hotel Arenenberg direkt neben dem Schloss und erkundet von hier aus die herrliche Bodenseeregion.

Weitere Informationen: Napoleonmuseum Arenenberg, Tel. +41 (0)58 345 74 10, napoleonmuseum@tg.ch, www.napoleonmuseum.ch

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