Ausstellung “Prunkvolle Schlitten” im Landesmuseum Zürich

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Prunkvolle Schlitten
Landesmuseum Zürich | 22.7.2022 – 2.4.2023

Ausstellung “Prunkvolle Schlitten” im Landesmuseum Zürich

Wer im 17. und 18. Jahrhundert etwas auf sich hielt, besass einen Prunkschlitten. Damit präsentierte man der Gesellschaft seinen Reichtum. Mit dem heutigen Schlittelspaß hatte das allerdings wenig zu tun.

Seit Jahrhunderten nutzt der Mensch Statussymbole, um seine spezielle Stellung in der Gesellschaft zu betonen. Heute sind das vielleicht schnelle Sportwagen, riesige Luxusjachten oder üppige Kaviar-Apéros. Früher waren das wertvolle Schmuckstücke, luxuriöse Landsitze oder prunkvolle Schlitten. Die Gefährte für den Winter wurden im 17. und 18. Jahrhundert nicht nur zum Vergnügen, sondern vor allem zu repräsentativen Zwecken hergestellt.

Hirsch. Der Hirsch trägt auf dem Kopf ein echtes Damhirschgeweih, frühes 18. Jh., Wädenswil ZH. Foto © Schweizerisches Nationalmuseum

Das Schlittenfahren war seit dem 16. Jahrhundert ein fester Bestandteil des Lebens an den europäischen Fürstenhöfen. Die exakt choreografierten Fahrten führten der Bevölkerung vor Augen, wer das Sagen hatte. Dabei leistete ein kunst- und fantasievoll gestaltetes Gefährt einen wichtigen Beitrag. Das wohlhabende Bürgertum kopierte das höfische Leben und begann ebenfalls, sich prunkvolle Schlitten bauen zu lassen. Diese wurden mit Familienwappen, Ortsansichten oder mythischen Fabelwesen geschmückt. Es entstand ein wahrer Wettkampf um die schönsten Schlitten. Dafür wurden keine Mühen und Kosten gescheut. Und das nicht nur bei der Herstellung der Gefährte, sondern auch bei der Pflege, denn um Eindruck zu machen, mussten die Schlitten regelmäßig revidiert werden.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verschoben sich die Schlittenfahrten immer mehr vom Fürstenhof auf den Stadtplatz. Neben wohlhabenden Bürgerfamilien begannen auch Studenten Schlittenfahrten zu veranstalten. Ebenso waren die Gefährte während der Fasnachtszeit beliebt für ausgelassene Umzüge. Diese endeten nicht selten in einem Gelage oder einem Schäferstündchen, weshalb Schlittenfahrten immer wieder mal verboten wurden.

Das Schweizerische Nationalmuseum verfügt über eine außerordentliche Sammlung an Prunkschlitten. Bisher konnten diese Luxusgefährte noch nie in großer Zahl ausgestellt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Figurenschlitten in Form von Tieren und Fabelwesen und ihren spannenden Geschichten rund um die inszenierten Schlittenfahrten, die Besitzerfamilien und die Darstellungen auf den Gefährten. Mit einer Fotostation in der Ausstellung können sich die Besuchenden außerdem auf einem Prunkschlitten ablichten und das digitale Bild verschicken.

Quelle / Mehr Infos:
Schweizerisches Nationalmuseum
Landesmuseum Zürich
www.nationalmuseum.ch

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