Lebendige Tradition: Bochselnacht

Kanton Thurgau

2018: 20.Dezember

Am Donnerstag der letzten ganzen Woche vor Weihnachten feiern die Primar- und Sekundarschule von Weinfelden die Bochselnacht

Kinder und Jugendliche ziehen nach Einbruch der Dunkelheit durch das Zentrum von Weinfelden und zeigen ihre Bochseltiere, die sie aus Futterrüben geschnitzt haben und nun mit einer Kerze ausleuchten. Der Umzug endet auf dem Rathausplatz mit dem Lied «Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht». Danach wird den Kindern und Jugendlichen im Schulhaus eine Brezel serviert. Um 20 Uhr führen die Oberstufenschülern und -schülerinnen das Bochselnachttheater auf. Alle sind in Feierstimmung, nicht nur die Schüler und Schülerinnen, die bis 2004 an diesem Abend rauchen durften. Auch die Erwachsenen lassen es sich nach dem Theater in den Restaurants gut gehen. Speziell für diesen Abend wird von den Bäckern ein «Böllewegge» hergestellt, der zusammen mit Ottenberger Wein und Salzis verzehrt wird. Auch in den umliegenden Dörfern am Ottenberg feiern die Menschen die Bochselnacht, wobei sich in jedem Dorf eine eigene Form entwickelt hat. Die Herkunft und Bedeutung des Brauches ist nicht geklärt. Unterschiedliche Entstehungslegenden kursieren unter den Einwohner und Einwohnerinnen von Weinfelden und der Umgebung.

Quelle: Schweizer Bundesamt für Kultur BAK
Link: www.lebendige-traditionen.ch

Illustration: Silvesterchlausen von Albin Christen für ‘Lebendige Traditionen’

Das Bundesamt für Kultur der Schweiz lanciert diesen Sommer ein Programm zur Sensibilisierung für die lebendigen Traditionen der Schweiz. Damit soll das traditionelle Handwerk gewürdigt und eine Diskussion über die Bedeutung der Traditionen in unserer Gesellschaft angestossen werden. Nach der Publikation eines Inventars von 167 Traditionen, die repräsentativ für die kulturelle Vielfalt der Schweiz sind, lanciert das Bundesamt für Kultur heute die vom Westschweizer Künstler Albin Christen illustrierten „Karten der lebendigen Traditionen“. Sie sind gratis und dienen als Wegweiser zu vielen, teils unbekannten Festen, Bräuchen und Traditionen.

Das Inventar der lebendigen Traditionen umfasst ein breites Spektrum an Bräuchen, Praktiken, Ausdrucksformen und Handwerkskünsten, die charakteristisch für unser Land sind. Das Inventar entstand im Rahmen der Umsetzung der UNESCO-Konvention über das immaterielle Kulturerbe. Eine Expertengruppe arbeitet zurzeit daran, diejenigen Traditionen zu bestimmen, die für eine Einschreibung in die Listen der UNESCO vorgeschlagen werden könnten. Die Empfehlungen der Expertengruppe werden Anfang 2014 bekanntgegeben.

Bevölkerung kann altes Handwerk entdecken
In Zusammenarbeit mit dem Freilichtmuseum und Kurszentrum Ballenberg lädt das Bundesamt für Kultur das Publikum ein, altes Handwerk kennenzulernen. Professionelle Handwerkerinnen und Handwerker zeigen, wie sie arbeiten, dazu gibt es Kurse für Erwachsene und Kinder. So können die traditionellen Techniken des Schmiedens, der Spitzenklöppelei oder der Holzbearbeitung neu entdeckt werden.

Fachtagung zum Thema Vermittlung
Der Weg zu einem besseren Verständnis unserer Gesellschaft führt auch über das Brauchtum und die Traditionen. Am 28. und 29. März 2014 organisiert das Bundesamt für Kultur zusammen mit dem Verband der Museen der Schweiz eine Fachtagung für Experten aus dem Museums- und Kulturbereich. Im Zentrum des Dialogs steht die Frage, wie unsere Traditionen wirkungsvoll präsentiert und lebendig inszeniert werden können. Aus der Tagung sollen eine Publikation und Empfehlungen für Fachleute der Museumswissenschaften hervorgehen.

Illustrierte Karten bieten Überblick
Traditionen sind lebendig, und sie beeinflussen das zeitgenössische Kulturschaffen. Dies zeigen auch die von Albin Christen gestalteten «Karten der lebendigen Traditionen». Die Karten sind gratis und dienen als jahreszeitliche Wegweiser zu den 167 im Inventar erfassten Traditionen.

Weitere Informationen zu den einzelnen Traditionen sowie zu den illustrierten Karten finden Sie unter: www.lebendigetraditionen.ch.

Promotion

PROMOTION