Heilige Drei Könige, 6. Januar: Berühmter Strigel-Altar zeigt die Anbetung der Könige

Kloster und Schloss Salem

Wer kennt sie nicht, die Geschichte der Geburt Jesu. Teil davon sind auch die Heiligen Drei Könige, die der christlichen Tradition zufolge durch den Stern von Bethlehem zu Jesus geführt wurden. Ihnen ist das Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar gewidmet, besser bekannt als Dreikönigstag. Die prominenten Könige kann man auch im Klostermuseum von Salem entdecken: am berühmten Marienaltar des Malers Bernhard Strigel. Das Meisterwerk aus der Zeit von Albrecht Dürer zeigt die Heiligen Drei Könige bei der Anbetung des kleinen Jesus. Am 6. Januar ist das Klostermuseum von 11.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.

DIE HEILIGEN DREI KÖNIGE ALS BILDNIS
Im Kloster Salem ist den Heiligen Drei Königen ein Altarbild gewidmet: 1507 schuf der Memminger Maler Bernhard Strigel einen Altar für die Marienkapelle in Kloster Salem. Das Meisterwerk zeigt Szenen aus dem Marienleben, darunter auch die Anbetung Jesu durch die Heiligen Drei Könige. Den Klosterbrand 1697 überstand das Kunstwerk unbeschadet. Nach dem Abriss der Marienkapelle um 1705 verliert sich seine Spur. Bekannt ist nur, dass der Altar in mehrere Teile zerlegt worden war. Den Mittelteil hatten die badischen Markgrafen 1881 der „Alterthümersammlung“ in Karlsruhe geschenkt. Das spätere Badische Landesmuseum konnte dann 1995 die vier Altarflügel erwerben. Heute sind alle Teile wieder vereint im Klostermuseum von Salem zu sehen.

EIN MEISTERWERK DER DEUTSCHEN MALEREI
Bei geöffnetem Zustand zeigt der Marienaltar auf der linken Seite die Geburt Christi. Eine Besonderheit ist, dass die Szene bei Nacht dargestellt wird. Strigel hatte sich bei der Lichtführung von niederländischen Künstlern inspirieren lassen. Das Licht geht in seinem Werk vom Christuskind aus und erhellt die umstehenden Figuren. Mit dieser kunstvollen Szenerie schuf Bernhard Strigel das erste sehenswerte Nachtbild in der deutschen Malerei. Bernhard Strigel (1460–1528) war der Hofmaler Kaiser Maximilians I. Von ihm stammen mehrere Porträts des Kaisers. Die Werkstätten seiner Familie prägten im 15. und 16. Jahrhundert die Memminger Schule und waren bis nach Rom bekannt.

Salem - Kloster und Schloss - Klostermuseum - Marienaltar. Foto © SSG

Salem – Kloster und Schloss – Klostermuseum – Marienaltar. Foto © SSG

DIE WEISEN AUS DEM MORGENLAND
Die Geschichte der Heiligen Drei Könige hat ihren Ursprung im christlichen Matthäus-Evangelium aus dem neuen Testament. Dort heißt es, dass drei Weise aus dem Morgenland – Kaspar, Melchior und Balthasar – nach Jerusalem kamen und sich nach dem „neugeborenen König der Juden“ erkundigten. Sie waren einem Stern gefolgt, um das neugeborene Jesuskind willkommen zu heißen. Anstatt – wie von König Herodes aufgetragen – Jesus zu finden um ihn töten zu lassen, entscheiden sich die drei Weisen jedoch dafür, das Kind anzubeten und zu beschenken. Über das weitere Leben der Könige berichten nur Legenden. Demnach sollen die drei von Apostel Thomas zu Bischöfen geweiht worden sein. Es heißt weiter, dass sie große missionarische Erfolge feierten und kurz nacheinander starben. Die Reliquie verehrt man heute im Kölner Dom.

DER FEIERTAG
Am 6. Januar wird das „Dreikönigsfest“ oder der „Dreikönigstag“ gefeiert. Die eigentliche Bezeichnung dieses Festes ist dagegen „Erscheinung des Herrn“ oder „Epiphanie“. Die Kirche feiert an diesem Tag das Sichtbarwerden der Göttlichkeit Jesu in der Anbetung durch die drei Weisen. Bis heute werden am Dreikönigstag Häuser gesegnet. Dem liegt die Überzeugung zugrunde, dass der Segen der Heiligen Drei Könige Wohnhaus und Hof vor Unheil bewahrt. Die sogenannten „Sternsinger“ ziehen noch heute am 6. Januar von Haus zu Haus, bitten um Gaben und schreiben an die Haustürrahmen die jeweilige Jahreszahl und die Anfangsbuchstaben des Segensspruches „Christus mansionem benedicat“, zu Deutsch: „Christus segne dieses Haus“. Diese Buchstaben werden auch häufig mit den Namen der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar in Verbindung gebracht.

KLOSTER UND SCHLOSS SALEM IM WINTER
Das Klostermuseum ist an den Wochenenden (samstags und sonntags) sowie feiertags geöffnet. Jeden Sonntag wird eine Führung durch das Münster und das Sommerrefektorium angeboten.

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SERVICE
Öffnungszeiten Klostermuseum
2. November bis 18. März: Samstag, Sonntag und Feiertage 11.00 – 16.00 Uhr

Jeden Sonntag, 15.00 Uhr:
Sonderführung:
„WEG DURCH DIE JAHRHUNDERTE“
Münster mit Chorgestühl, Kreuzgang und Sommerrefektorium
Dauer ca. 1 Stunde; keine Anmeldung erforderlich; Treffpunkt vor dem Münster

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