14. Rothaus Hegau Bike-Marathon 2016

Cape-Epic-Sieger kommen nach Singen

Die 14. Auflage des Rothaus Hegau Bike-Marathon steht am 8. Mai im Glanz des MTB-Etappenrennens Cape Epic. Das Sieger-Duo Karl Platt und Urs Huber bestreitet neben ihrem Bulls-Teamkollegen und Lokalmatadoren Tim Böhme das Rennen der UCI Marathon Serie. Und auch bei den Damen hat sich eine Siegerin angekündigt.

Glanz und Gloria sind den Siegern gewiss, der Hitze und dem Staub Südafrikas zum Trotz. Karl Platt, am Western Cape ohnehin schon längst zu einer Sport-Größe geworden, hat das weltweit renommierteste MTB-Etappenrennen der Welt zum fünften Mal in seiner Karriere gewonnen und so mit dem Schweizer Christoph Sauser gleichgezogen. „Ich bin sprachlos. Ich kann es noch gar nicht beschreiben, was es für mich bedeutet. Es war ein Traum von mir, das Cape Epic zum fünften Mal zu gewinnen“, sagte Karl Platt nach der Champagner-Dusche. Seit seinem letzten Sieg 2010 hat er darauf gewartet. Für Platt’s Partner Urs Huber war es indes der erste und lang ersehnte Erfolg beim Cape Epic. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl“, bekannte Huber. Für die Marathon-Spezialisten ist das Cape Epic, was für Straßenfahrer die Tour de France.

Karl Platt, Urs  Huber. Foto © Sportograf

Karl Platt, Urs Huber. Foto © Sportograf

Mit drei Etappensiegen in den ersten vier Tagen legte das Bulls-Duo die Grundlage für den Erfolg bei der achttägigen Tortur. Nach den Feierlichkeiten, die dort „Stage Nine“ genannt werden und obligatorisch sind, wird das pfälzisch-Schweizer Duo erst mal eine kleine Pause einlegen, bevor die nächsten großen Aufgaben anstehen. Dazu gehört auch die WM-Generalprobe. Karl Platt und Urs Huber wollen bei Rothaus Hegau Bike-Marathon die veränderte Strecke unter Wettkampf-Bedingungen in Augenschein nehmen und gleich noch ein paar Punkte für die Startaufstellung bei der Marathon-WM Ende Juni in Laissac, Frankreich. Auch wenn die Marathon-EM in Singen im vergangenen Jahr für das Bulls-Team aus gesundheitlichen Gründen nicht erfolgreich verlief, Karl Platt hat an den Rothaus Hegau Bike-Marathon durchaus positive Erinnerungen. Dort feierte er 2008 seinen ersten Deutschen Meistertitel auf der Langdistanz.

Neben den beiden Heroen steht natürlich auch ihr Teamkollege Tim Böhme am Start. Für den Lokalmatador aus Singen endete das Cape Epic mit Partner Simon Stiebjahn auf dem siebten Rang. Einmal sprang auf einer Etappe ein zweiter Platz heraus.
Es wäre sicher mehr drin gewesen für diese Paarung, die gemeinsam schon mal Dritter war, doch Tim Böhme plagte sich über weite Strecken mit Magen-Problemen durch die Extrem-Belastung. Das sollte bis zum 8. Mai aber wieder behoben sein.

Damen-Siegerin Ariane Kleinhans
Nicht nur bei den Herren, sondern auch bei den Damen hat sich eine Cape-Epic-Siegerin angekündigt. Die in Südafrika lebende Ariane Kleinhans gewann die Rundfahrt mit der Dänin Annika Langvad zum dritten Mal in Folge. Nach einer wohl verdienten Pause, so hat sie es im Interview nach ihrem Triumph angekündigt, sei das nächste Ziel das Rennen der UCI Marathon Serie in Deutschland, genauer: in Singen.
Auch für Ariane Kleinhans dürfte der Start besonders unter den Blickwinkel Weltmeisterschaften 2017 stehen.

Anmeldungen und Infos für alle Wettbewerbe auf www.hegau-bike-marathon.de

Promotion

PROMOTION




Eine Antwort zu 14. Rothaus Hegau Bike-Marathon 2016

  1. Lakata macht den Hattrick perfekt
    Erster Bigham-Sieg in Singen

    Weltmeister Alban Lakata holte zum dritten Mal in Folge den Sieg beim Rothaus Hegau Bike-Marathon. Im Zielsprint gegen den Neuseeländer Samuel Gaze rollte der Österreicher nur um eine Haaresbreite eher über die Ziellinie. Seine Teamkollegin Sally Bigham sicherte sich bei den Damen Platz eins. Die Schweizerin, Esther Süss, war gegen die starke Engländerin chancenlos und kam mit 3:50 Minuten Rückstand ins Ziel.

    Nicht nur heiß, sondern auch hauchdünn war die Luft zwischen den beiden Konkurrenten, Alban Lakata und Samuel Gaze, bei der 14. Auflage des Rothaus Hegau-Bike Marathons in Singen.
    Von Anfang an hielten die Herren das Tempo hoch. Schon nach wenigen Kilometern wurden immer wieder Attacken gefahren und einzelne Fahrer versuchten vom Feld wegzukommen. Bereits in der ersten Runde, in einem Anstieg, gelang es dem amtierenden Weltmeister gemeinsam mit dem neuseeländischen U23-Fahrer aus der Spitzengruppe abzusetzen. Sie gaben ihre Führung nie mehr ab und schafften es ihren Vorsprung weiter auszubauen.

    „Ich habe mich gut gefühlt und die Strecke liegt mir“, sagt Lakata. „Dreimal in Folge habe ich hier jetzt schon gewonnen. Da hat man dann, auch im Hinblick auf die WM im nächsten Jahr, noch mehr Druck.“ Für Sam Gaze hingegen war der Marathon ein schwerer Kampf. „Es war ein super Rennen, aber auch echt hart“, meint der 20-Jährige, der das Rennen vor allem als Training für den kommenden Weltcup in Albstadt nutzte.

    Überraschender Dritter wurde der Schweizer Jérémy Huguenin. Er war die meiste Zeit alleine unterwegs. Das ständige Auf und Ab der Strecke machte ihm zu schaffen und kostete ihm viel Kraft. Diese reichte dennoch um seinen Eidgenossen Urs Huber (Team Bulls) auf Rang vier zu versetzen. „Die Strecke ist super schnell und sehr speziell. Ich hätte nie gedacht, dass ich den Schweizer „Mister Marathon“ schlagen kann“, sagte Huguenin voller Stolz nach dem Rennen.
    Auf Rang fünf rollte Markus Kaufmann über die Ziellinie, der zusammen mit Jochen Käß, Matthias Pfrommer und Matthias Leisling sein Tempo fahren konnte. Nach seinem harten Winter zeigte er sich gänzlich zufrieden mit seiner Leistung.

    Der Lokalmatador Tim Böhme (Team Bulls) konnte seinen Heimvorteil nicht nutzen. „Die Strecke ist technisch einfach, das Rennen ist nur extrem schnell. Das machen die Fahrer so schwer“, erklärte er. „Aber bis nächstes Jahr habe ich ja noch etwas Zeit mit dem Training.”

    Damen: Solo von Sally Bigham
    Vom Startschuss weg bis ins Ziel konnte Sally Bigham bei den Damen (Topeak Ergon Team) das Tempo bestimmen. Schon früh setzte sie sich von ihren Mitstreiterinnen ab und überließ nichts mehr dem Zufall. Kilometer um Kilometer wurde die Lücke zwischen ihr und der Zweitplatzierten, Esther Süss, größer. „Die Strecke ist sehr schnell, gerne hätte es auch technischer sein können“, bilanzierte die Engländerin im Ziel. „Es ist ein guter Kurs für taktisches Fahren.“ Ihre Taktik lautete an diesem Tag: Vollgas bis die Beine schmerzen.

    Die Schweizerin Esther Süss erwischte Bigham damit eiskalt. In einem Singletrial verpasste die Eidgenossin den Anschluss an ihre Konkurrentin. Durch die neu eingebauten Passagen in der Strecke wurde sie irritiert und musste Bigham in dem Trail ziehen lassen. Ab da fuhr auch sie allein weiter. Der Marathon im Hegau war für die 42-Jährige eine kurzfristige Entscheidung und durch ihre frühere Cross-Country Karriere passten die kurzen Anstiege eigentlich auch ganz gut. Für die WM 2017 hat Süss ein gutes Gefühl und sieht das Rennen als ein gelungenes Training dafür.

    Für Silke Schmidt hingegen war die Strecke schon etwas mühsamer. „Am Anfang erinnerte es mich eher an ein Straßenrennen“, erklärte sie. „Für mich waren es einfach zu wenig Berge.“ Nachdem sie sich von Stefanie Dohrn lösen konnte, wollte sie nichts mehr anbrennen lassen und sicherte sich den dritten Platz.

    Fazit: Änderungen wurden gut angenommen
    Die 14. Auflage des Rothaus Hegau Bike-Marathon darf man getrost erneut als Erfolg bezeichnen. Die Teilnehmerzahlen bleiben mit 1150 konstant auf hohem Niveau. Weil weniger Lizenzfahrer da waren, konnte man im Hobby-Bereich sogar einen Anstieg verzeichnen.
    „Die WM-Generalprobe verlief sehr positiv und wir haben von überall gutes Feedback bekommen“, sagte Organisations-Chef Stephan Salscheider. „Die Änderungen an der Strecke sind gut angekommen und wir können zuversichtlich in Richtung 2017 schauen.“

    Ergebnisse auf http://www.hegau-bike-marathon.de